Steuerfahnder nehmen an einer Razzia teil.

Polizei auch in Bayern im Einsatz Steuerrazzien in drei EU-Staaten

Stand: 20.10.2021 10:42 Uhr

In einer Großaktion haben Ermittler in Deutschland, Italien und Bulgarien zugeschlagen. Die Razzien richteten sich gegen Verdächtige, die Millionen an Steuern hinterzogen haben sollen und möglicherweise Verbindungen zur Mafia besitzen.

In einer gemeinsamen, international organisierten Aktion sind in Deutschland, Italien und Bulgarien Ermittler gegen eine Gruppierung mit mutmaßlichen Verbindungen zu der Mafiaorganisation 'Ndrangheta vorgegangen. Den Mitgliedern dieser Gruppierung wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vorgeworfen.

In Deutschland konzentrierten sich die Razzien auf Bayern, nach Angaben der "Bild" auf den Großraum rund um Ingolstadt. Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt bestätigte die Durchsuchungen in dem Bundesland. Gegen wie viele Verdächtige sich die Aktion richtete, blieb aber offen.

Insgesamt 46 Durchsuchungen in drei Ländern

In Bayern wurden demnach 17 Wohnungen und Gewerberäume durchsucht. Nimmt man die Razzien in Italien und Bulgarien hinzu, wurden insgesamt 46 Objekte durchsucht. Federführend bei dem internationalen Einsatz war das Münchner Zentrum der Europäischen Staatsanwaltschaft. In Bayern war zudem die Augsburger Steuerfahndung beteiligt. Bei den dortigen Razzien wurden der Nachrichtenagentur dpa zufolge auch Kräfte des Spezialkommandos Südbayern eingesetzt.

Verbindungen zu italienischer Mafia?

Es besteht der Verdacht, dass mehrere der Verdächtigen Mitglieder der 'Ndrangheta sind oder Verbindungen zu der italienischen Mafiaorganisation besitzen. Die in Kalabrien beheimatete Organisation gilt als eines der größten und mächtigsten kriminellen Syndikate in Europa. Schätzungen zufolge erwirtschaftet die 'Ndrangheta alljährlich hohe zweistellige Milliardenumsätze.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. Oktober 2021 um 10:10 Uhr.