Das Kreuzfahrtschiff "AIDAnova" liegt im Hafen von Lissabon. | AFP

Corona-Ausbruch auf AIDA Kreuzfahrt-Passagiere gehen von Bord

Stand: 03.01.2022 13:45 Uhr

Nach einem Corona-Ausbruch auf der AIDA hat der Veranstalter die Reise abgebrochen. Die Zahl der bestätigten Infektionen hat sich auf 68 erhöht.

Von Reinhard Spiegelhauer, ARD-Studio Madrid

2600 Kabinen, 16 Restaurants und 23 Bars auf gut 300 Metern Länge. Kreuzfahrt-Spaß pur, samt Silvesterfeuerwerk über dem Hafen von Funchal auf Madeira - so war es geplant. Aber seit dem Wochenende liegt die "AIDAnova" am Kreuzfahrtterminal in Lissabon, seit heute Morgen sind die Passagiere auf der vorzeitigen Heimreise: "Seit heute Morgen sechs Uhr bis nachmittags um drei werden die knapp 3.000 Passagiere in mehreren Phasen zum Flughafen von Lissabon gebracht", sagt Hafenmeister Diogo Viera Branco. Es sollten nicht zu viele Passagiere gleichzeitig von Bord gehen und in einem Schwung am Flughafen ankommen - zur Sicherheit, erklärt er weiter.

Reinhard Spiegelhauer ARD-Studio Madrid

Zur Sicherheit an Bord bleiben müssen zwölf Menschen, die gerade erst positiv getestet worden sind. "Vier Passagiere und acht Besatzungsmitglieder, alle Infizierten sind geimpft, asymptomatisch oder haben nur leichte Symptome", so Branco weiter.

Strenge Regeln an Bord

Impfnachweis und ein aktuelles Testergebnis waren sowohl für die Passagiere als auch für die Besatzung Pflicht - ohne durfte niemand an Bord. "Alle Schiffe, deren Passagiere oder Besatzung in Portugal von Bord gehen wollen, müssen diese Bedingungen erfüllen", so Branco.

Außerdem gebe es beim Reeder strenge interne Regeln. Und die ersten 52 Infektionen unter der Besatzung sind tatsächlich am Freitag bei Routinetests entdeckt worden. Nachdem die Infizierten an Land in Quarantäne gegangen waren, sollte die Reise ursprünglich gestern Abend weitergehen.

Sorge vor Quarantäne auf dem Schiff

Manche Passagiere hatten aber schon am Wochenende genug - sie wolle nicht am Ende auf dem Schiff in Quarantäne sitzen, sagt eine Deutsche im portugiesischen Nachrichtenkanal SIC. Sie und ihr Begleiter hatten schon auf eigene Faust einen Flug in die Heimat gebucht, als gestern das offizielle "Aus" durch die Reederei kam. Gerüchte hatten schon am Vormittag die Runde gemacht, es seien Flugzeuge nach Lissabon beordert worden.

Bis zum Abend sollen alle zu Hause sein, die bis dahin nicht positiv getestet und von den portugiesischen Behörden zu Quarantäne verpflichtet worden sind. Die "AIDAnova", mit ihren leeren Restaurants und Bars, bleibt vorläufig im Hafen von Lissabon.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 03. Januar 2022 um 12:50 Uhr.