Menschen beobachten von einer Kirche aus den Vulkan auf der Kanareninsel La Palma. | EPA

Vulkanausbruch auf La Palma Anwohner in großer Sorge

Stand: 20.09.2021 17:50 Uhr

Seit gestern spuckt ein Vulkan auf der Kanareninsel La Palma wieder Feuer - ein Ende ist nicht in Sicht. Tausende wurden schon in Sicherheit gebracht. Nun wächst die Angst vor einem Waldbrand.

Von Reinhard Spiegelhauer, ARD-Studio Madrid, zzt. La Palma

Ein dumpfes Grollen zieht über die Hänge. Vielleicht zwei Kilometer entfernt sprüht glühendes Magma aus einer Öffnung am Hang - man sieht die erkaltenden Brocken zu Boden fallen. Eine Aschewolke steigt über der Eruption des Vulkans im Südwesten der Kanareninsel La Palma auf. Die Verbindungsstraße 212 nach Süden ist gesperrt, Menschen aus der Gemeinde El Paso stehen an der Absperrung.

Reinhard Spiegelhauer ARD-Studio Madrid

"Das ist alles ziemlich beunruhigend", sagt Fernando. "Denn man weiß nicht, in welche Richtung das Ganze weiter geht." Noch fließe die Lava Richtung Süden, aber die Experten hätten gesagt, dass es eine neue Öffnung weiter oben geben könnte, da der Druck so hoch ist.

Hundert Häuser beschädigt

In diesem Teil der Gemeinde hat es noch keine Evakuierung gegeben, weiter südlich schon. Und nicht nur das: Die ausströmende Lava hat schon Hundert Häuser beschädigt, sagen die Leute hier. Zum Glück gibt es bisher zumindest keine Verletzten. Trotzdem ist das alles sehr unheimlich, sagt Sonja - auch das ständige Grollen, besonders in der Nacht, wenn keine Autos mehr im Dorf unterwegs sind.

"Es gibt zwei große Spalten mit insgesamt acht Stellen, aus denen Magma sprüht. Und aus zweien davon läuft im Moment die Lava. Besonders bedrohlich sieht es nachts aus", sagt sie. Die Gegend, in der die Lava den Berg herunterläuft, ist zwar nicht so dicht besiedelt, aber Häuser stehen eben doch dort. Und an den Hängen sind Plantagen angelegt.

Gefahr für Los Llanos?

Alfons, ein Gast aus Deutschland, ist fasziniert vom feuerspeienden Berg, aber auch nachdenklich: "Es ist ja einerseits eine Sensation, so etwas mal live zu erleben. Auf der anderen Seite muss man sehen, wie viele Palmeros jetzt davon betroffen sind, wie viele Häuser zerstört sind." Das mache ihn traurig. Am Abend habe er die Lava noch aus der Ferne gesehen, doch nun sei sie nah am Ort.

Niemand weiß, wie es weitergeht. Die größte Angst der Menschen ist hier, dass der Wind dreht, und glühende Gesteinsbrocken einen Waldbrand auslösen könnten. Der könnte sich dann in Richtung Los Llanos ausbreiten, der nächsten größeren Gemeinde. Dann könnte es richtig schlimm kommen.