Das Seenotrettungsschiff "Sea-Eye 4" | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Sizilien Seenotrettungsschiff "Sea-Eye 4" wieder frei

Stand: 19.08.2021 15:45 Uhr

Zweieinhalb Monate hat das Seenotrettungsschiff "Sea-Eye 4" in Palermo gelegen und durfte den Hafen nicht verlassen - die Behörden bemängelten das Abwasser- und Entsorgungssystem. Nun darf das Schiff weiterfahren.

Die italienischen Behörden auf Sizilien haben das Seenotrettungsschiff "Sea-Eye 4" nach rund zweieinhalb Monaten wieder freigelassen. Das Schiff habe bei seinem zurückliegenden Einsatz im Mai etwas mehr als 400 Menschen aus Seenot gerettet und sei dann Anfang Juni in Palermo festgesetzt worden, teilte die private Hilfsorganisation Sea-Eye aus Regensburg mit.

Die Behörden hatten damals nach Angaben der Organisation die Zertifizierung sowie die Abwasser- und Müllentsorgungskapazitäten an Bord beanstandet. Die Crew wolle noch im August zu einem weiteren Einsatz ins Mittelmeer aufbrechen, hieß es weiter. Sie bereite das Schiff nun auf diesen Einsatz vor.

Zuletzt hatte die italienische Organisation ResQ mit der "ResQ People" 166 gerettete Bootsmigranten in den Hafen der sizilianischen Stadt Augusta gebracht.

UN: Mehr als 1000 Migranten sterben im Mittelmeer

Das Schiff gehörte früher zu Sea-Eye und fuhr unter dem Namen "Alan Kurdi". Organisationen aus verschiedenen Ländern brechen immer wieder ins zentrale Mittelmeer auf, um in Seenot geratene Migranten zu retten. Die Menschen legen auf ihrer Flucht oft in überfüllten Booten von den Küsten Libyens oder Tunesiens ab, um über die See in die EU zu gelangen. Meist werden die Migranten nach Italien gebracht, wo die Rettungseinsätze der privaten Organisationen politisch umstritten sind. Italien forderte zuletzt immer wieder, die Verteilung der Flüchtlinge in der EU zu überarbeiten.

Immer wieder sterben die Menschen bei ihrer gefährlichen Überfahrt, wenn etwa die Boote kentern. Nach UN-Angaben verloren in diesem Jahr bislang 1010 Migranten im zentralen Mittelmeer ihr Leben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. August 2021 um 16:00 Uhr.