Griechische Feuerwehrleute bekämpfen einen Waldbrand in Stamata, nordöstlich von Athen. | EPA

Hitze, Trockenheit und Wind Mehr als 50 Brände in Griechenland

Stand: 27.07.2021 20:04 Uhr

In Griechenland sind mehr als 50 Brände ausgebrochen. Hohe Temperaturen und starke Winde erschweren die Löscharbeiten. Das gefährlichste Feuer tobt etwa 20 Kilometer nordöstlich von Athen. Viele Bewohner wurden evakuiert.

Nach wochenlanger extremer Trockenheit sind in Griechenland, angefacht durch starke Winde, mehr als 50 Busch- und Waldbrände ausgebrochen. Das gefährlichste Feuer tobte in der Region Stamata-Dionysos, rund 20 Kilometer nordöstlich von Athen. "Es wurden Häuser beschädigt. Viele Einwohner mussten in Sicherheit gebracht werden", sagte der stellvertretende Gouverneur der Region, Wassilis Kokkalis.

Löschflugzeuge und Hubschrauber sowie zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr kämpften gegen die Flammen. Der griechische Zivilschutz warnte vor hoher Brandgefahr: In den kommenden Tagen werde in allen Landesteilen Temperaturen über 40 Grad und starke Winde erwartet.

Bewohner nahe Athen wurden evakuiert

Nördlich von Athen beschädigte ein Waldbrand mindestens ein Dutzend Häuser. Erst ein aufwendiger Einsatz der Feuerwehr habe die Flammen stoppen können, teilten die Behörden mit.

Für Häuser in der Gegend von Stamata, etwa 30 Kilometer nordöstlich der griechischen Hauptstadt, wurde eine Evakuierungsanordnung erlassen. Dichter Rauch hüllte Teile von Athen ein. Acht Löschflugzeuge und zwölf Hubschrauber unterstützten aus der Luft mehr als 300 Feuerwehrleute am Boden.

"Es war ein schwieriger und gefährlicher Brand", erklärte der Leiter des Zivilschutzes, Nikos Hardalias. "Das Feuer ist derzeit auf dem Rückzug, brennt aber noch an mehreren Stellen." Die Anwohner wurden per Mobiltelefon gewarnt und aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten, um sich nicht dem Rauch auszusetzen und zu verhindern, dass gefährliche Funken ins Innere der Häuser wehen.

Die Ursache des Brandes ist noch unklar. Hinweisen auf eine mögliche Brandstiftung werde nachgegangen, erklärten die Behörden. Vier Menschen wurden zur Befragung abgeführt.

Vorsätzliche Brandstiftung und fahrlässiges Verhalten

Starke Trockenheit, heftiger Wind und Temperaturen von mehr als 30 Grad lösen in Griechenland jeden Sommer verheerende Waldbrände aus. Vor drei Jahren starben bei der bisher schwersten Brandkatastrophe des Landes im Badeort Mati nahe Athen 102 Menschen.

Viele der Feuer entstehen durch Fahrlässigkeit oder in Folge Brandstiftung - etwa für Immobilienspekulationen. Der Zeitung "Kathimerini" zufolge wurden 26 Brände im vergangenen Jahr vorsätzlich gelegt, 179 weitere waren die Folge fahrlässigen Verhaltens.

Mit Informationen von Verena Schälter, ARD-Studio Athen

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 27. Juli 2021 um 17:39 Uhr.