Eine Frau liest ein Buch an der Themse in London. | REUTERS

Corona-Zahlen gesunken Großbritannien kein Risikogebiet mehr

Stand: 16.04.2021 15:23 Uhr

Die Bundesregierung streicht Großbritannien wegen stark gesunkener Corona-Zahlen von der Liste der Risikogebiete. Wieder aufgenommen wurden hingegen zwei beliebte Urlaubsregionen in Portugal.

Großbritannien gilt ab Sonntag nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, streicht die Bundesregierung das Land wegen der stark gesunkenen Infektionszahlen von der Liste. Damit entfällt für Einreisende aus Großbritannien die Quarantänepflicht. Ausgenommen sind einzelne Überseegebiete.

Zwei beliebte Urlaubsregionen in Portugal werden wegen steigender Infektionszahlen dagegen wieder als Risikogebiete eingestuft: die Algarve im Süden des Landes und die Azoren im Atlantik. Wer von dort nach Deutschland einreist, muss sich ab Sonntag wieder für zehn Tage selbst isolieren und kann sich erst nach fünf Tagen durch einen zweiten Test davon befreien.

Sieben-Tage-Inzidenz unter 30

Mit einem monatelangen Lockdown und einem breit angelegten Impfprogramm hat Großbritannien, das lange eines der am schwersten betroffenen Länder in Europa war, die Verbreitung des Virus eingedämmt. Mittlerweile haben etwa 33 Millionen Menschen, weit mehr als die Hälfte der Erwachsenen, eine erste Dosis erhalten. Gut 8,5 Millionen Menschen sind vollständig geimpft.

Die Zahl der Neuinfektionen stagniert auf niedrigem Niveau, am Donnerstag meldeten die Behörden etwa 2500 neue Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt unter 30 je 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei 160.

Den Reiseerleichterungen auf deutscher Seite stehen daher strenge Ein- und Ausreiseregeln auf britischer Seite gegenüber. Wer aus Deutschland im Vereinigten Königreich ankommt, muss bei Einreise einen negativen Test vorweisen und sich dann für zehn Tage in Selbstisolation begeben. In dieser Zeit müssen zwei Corona-Selbsttests gemacht werden. Ausreisen sind Menschen, die ihren Wohnsitz in Großbritannien haben, verboten, wenn sie keinen wichtigen Anlass nachweisen können.

Portugal erlaubt keine Einreisen aus Deutschland

Als Risikogebiete werden Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen über 50 (Inzidenz) steigt. Das gilt für fast alle Länder in Europa ganz oder teilweise. Einzige Ausnahme war bisher Island. Am Sonntag kommt nun also der gesamte europäische Teil Großbritanniens hinzu, ausgenommen sind die Bermuda-, Falkland- und britischen Jungferninseln im Atlantik.

In Portugal stand bisher nur die Urlaubsinsel Madeira auf der Risikoliste. Für die bei Urlaubern besonders beliebte Algarve wurde der Risikostatus vor vier Wochen aufgehoben. Jetzt werden die Küstenregion ebenso wie die Azoren wieder zurückgestuft. Das dürfte zunächst aber kaum praktische Auswirkungen auf den Tourismus haben, denn Portugal erlaubt derzeit keine touristischen Einreisen aus Deutschland.

Neu als Risikogebiete eingestuft wurden zudem die autonome Gemeinschaft Kastilien-La Mancha in Spanien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die zuvor bereits Hochinzidenzgebiet waren. Als Hochinzidenzgebiet gilt nun auch Argentinien.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. April 2021 um 13:50 Uhr.