Ein Löschflugzeug wirft in Tatoi - nördlich von Athen - Wasser über einem brennenden Gebiet ab. | AP

Waldbrände nahe Athen "Bleiben Sie zu Hause"

Stand: 04.08.2021 10:14 Uhr

Feuerwehrleute, Hubschrauber und Löschflugzeuge sind weiter im Einsatz, um den Großbrand in den Vororten von Athen unter Kontrolle zu bekommen. Die Rauchentwicklung ist so stark, dass die Sicht auf wenige Hundert Meter beschränkt ist.

Feuerwehrleute in Griechenland kämpfen weiter gegen den Großbrand in den nördlichen Vorstädten Athens. "Es ist ein Albtraumbrand am Rande der Stadt", sagte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis nach einer Besichtigung der betroffenen Region.

Mit dem ersten Tageslicht wurden Hubschrauber und Flugzeuge eingesetzt, um die Feuer einzudämmen. Die Winde ließen vorerst nach. "Wir hoffen, heute den Brand unter Kontrolle bringen zu können, bevor Winde wieder einsetzen", sagte ein Offizier der Feuerwehr im Staatsfernsehen.

Beißender Geruch in der Stadt

Wegen der starken Rauchentwicklung und der Windstille war am Morgen in Athen die Sicht auf wenige Hundert Meter beschränkt. Ein beißender Geruch machte den Menschen in der Stadt außerdem zu schaffen. Asche ging auf Häuser nieder. "Bleiben Sie zu Hause. Alle Fenster müssen geschlossen sein", rief der Zivilschutz die Menschen auf.

Die Feinstaubwerte erhöhten sich drastisch. Zwischenzeitlich meldete die griechische Gesundheitsbehörde für das Stadtzentrum eine Belastung von bis zu 465 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter. Zum Vergleich: EU-weit gilt als Grenzwert ein Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Weil der Wind die Rauchschwaden über das Stadtzentrum Richtung Süden trieb, ist ein Großteil der Stadt betroffen.

Tausende fliehen vor dem Feuer

Mehrere Tausend Menschen waren gestern vor einem Waldbrand nördlich von Athen aus ihren Häusern geflohen. Mehrere Ortschaften wurden evakuiert. Die Flammen erfassten zunächst Wald- und Buschland und erreichten Wohngebiete in der Nähe von Tatoi, rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt.

Die Silhouetten von drei Menschen sind vor einem Feuer in der Gegend von Adames im Norden Athens zu sehen. | AP

Häuser brennen lichterloh - die Einwohner hatten in Panik die Region verlassen. Bild: AP

In dichten Rauch gehüllt, machten sich die Menschen in Autos und auf Motorrädern auf den Weg in Richtung Athen. Rund 500 Feuerwehrleute waren im Einsatz gegen den Großbrand. Der Chef des Zivilschutzes, Nikos Hardalias, bezeichnete die Lage als sehr gefährlich: "Wir kämpfen weiter, Stunde um Stunde, wobei unsere oberste Priorität darin besteht, Menschenleben zu retten." Bei den Löscharbeiten waren der Feuerwehr zufolge sieben Flugzeuge, fünf Hubschrauber und 70 Löschfahrzeuge im Einsatz.

Wegen des Feuers am Fuße der Parnitha-Bergkette musste nach Angaben der Feuerwehr ein Teil der Autobahn gesperrt werden, die Athen mit dem Norden und Süden des Landes verbindet. Medienberichten zufolge wurden zudem Dutzende Kinder aus einem nahegelegenen Ferienlager in Sicherheit gebracht. 

Gluthitze noch bis zum Wochenende

Zudem werden heute erneut extreme Temperaturen um die 43 bis 44 Grad in Athen erwartet. Die Glühhitze werde noch bis zum Wochenende andauern, teilte das Wetteramt mit.   

Feuer gab es auch auf der Halbinsel Peloponnes und den Urlaubsinseln Rhodos und Kos sowie auf der Insel Euböa. Insgesamt kämpfte die Feuerwehr landesweit gegen 40 größere Brände, wie der Zivilschutz am Vorabend mitgeteilt hatte. Hunderte Häuser seien nach einer ersten Schätzung verbrannt oder beschädigt worden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. August 2021 um 18:00 Uhr.

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Moderation 04.08.2021 • 17:26 Uhr

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