Pflegekräfte kümmern sich auf einer Intensivstation in Marseille um einen Covid-Patienten. | AP

Monatlicher Corona-Bonus 100 Euro mehr für Frankreichs Intensivpfleger

Stand: 28.12.2021 16:31 Uhr

Angesichts der Corona-Belastungen auf den Intensivstationen will Frankreich die Bedingungen für die dort arbeitenden Pflegekräfte verbessern. In einem ersten Schritt sollen sie ab Januar einen monatlichen Bonus von 100 Euro erhalten.

Frankreich will Pflegerinnen und Pflegern auf den Intensivstationen der Krankenhäuser ab Januar einen monatlichen Bonus von 100 Euro zahlen. Das kündigte Premierminister Jean Castex nach dem Besuch eines Krankenhauses in Créteil an. Die Prämie werde bereits ab Januar gezahlt und sei ein Beitrag zur Anerkennung der harten Arbeitsbedingungen in den Zeiten von Corona.

"Es geht nicht nur um eine moralische, sondern auch um eine materielle Unterstützung der Regierung", sagte Castex. Landesweit würden rund 24.000 Pflegerinnen und Pfleger von dem Lohnplus profitieren.

In der kommenden Woche will Gesundheitsminister Olivier Veran zudem ein umfassendes Maßnahmenpaket für die Pflegebranche vorstellen. Ziel ist es unter anderem, dem Personalmangel entgegenzuwirken. Angesichts der Corona-Krise werde Intensivpersonal dringender denn je benötigt, sagte Castex.

Selbsttests nicht mehr nur in Apotheken

Zudem verfügte die Regierung, dass Corona-Selbsttests vorübergehend auch außerhalb von Apotheken verkauft werden dürfen, was bisher nicht möglich war. 

In Frankreich hatte die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen am Samstag erstmals die Schwelle von 100.000 überschritten. Das Land erlebt bereits die fünfte Corona-Welle, die deutlich ansteckendere Omikron-Variante breitet sich wie in vielen europäischen Ländern aus.

Neue Regeln ab 3. Januar

Premierminister Castex hatte nach einer Krisensitzung der Regierung am Montagabend von einem "Wettlauf gegen die Zeit" gesprochen und neue Restriktionen verkündet. Den Kabinettsbeschlüssen zufolge sollen Unternehmen angewiesen werden, ihre Angestellten ab dem 3. Januar nach Möglichkeit mindestens drei Tage in der Woche ins Homeoffice zu schicken. Wo dies möglich ist, sollen es mindestens vier Tage sein.

Die Regierung beschloss außerdem neue Einschränkungen für die Gastronomie: In Bars und Cafés dürfen Gäste vom 3. Januar an nur noch an Tischen bedient werden. Die Kunden dürfen ihre Getränke und Speisen dann nicht mehr im Stehen konsumieren. Die Maßnahmen sollen laut Castex zunächst für drei Wochen gelten.

Als weitere Maßnahme werden für Sportveranstaltungen und Konzerte in Frankreich wieder Obergrenzen eingeführt: Draußen sind künftig 5000 Zuschauer zugelassen, in Innenräumen liegt die Grenze bei 2000 Gästen.

Die Regierung brachte darüber hinaus die bereits zuvor angekündigte Umwandlung des Gesundheitspasses in einen Impfpass auf den Weg. Dies entspricht der deutschen 2G-Regel. Sollte das Parlament dem Gesetzentwurf zustimmen, sind künftig Ungeimpfte vom öffentlichen Leben ausgeschlossen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Dezember 2021 um 06:19 Uhr.