Stau vor der Grenze zwischen Ungarn und Rumänien. | picture alliance / CHROMORANGE

Grenzkontrollen in Europa EU-Kommission will drei Neue im Schengen-Raum

Stand: 16.11.2022 16:09 Uhr

Die EU-Kommission will mehr freien Personenenverkehr und drängt darauf, Kroatien, Bulgarien und Rumänien in den Schengen-Raum aufzunehmen. Das mache Europa "sicherer, wohlhabender und attraktiver." Doch es gibt Bedenken.

Kroatien, Rumänien und Bulgarien sind nach Ansicht der EU-Kommission bereit für einen Beitritt zum Schengen-Raum. Die drei Staaten hätten wesentlich zum reibungslosen Funktionieren des Schengen-Raums beigetragen, teilte die Brüsseler Behörde mit.

Weltweit größter Staatenverbund ohne Grenzkontrollen

Alle drei sind bereits teilweise an die Schengen-Regeln gebunden, es gibt allerdings noch Kontrollen an ihren Grenzen. Ein erweiterter Schengen-Raum mache Europa sicherer, wohlhabender und attraktiver, argumentierte die EU-Kommission. Er ermögliche nicht nur einen effektiven Schutz der Außengrenzen, sondern erweitere für Reisende den weltweit größten Staatenverbund ohne Grenzkontrollen.

Bedenken wegen Fluchtrouten und organisierte Kriminalität

Die Kommission empfiehlt bereits seit 2011 die Aufnahme Bulgariens und Rumäniens. Im Fall Kroatiens hatten die Mitgliedstaaten demnach Ende 2021 prinzipiell Bereitschaft dazu signalisiert. Vorbehalte einiger Regierungen gibt es aber wegen der wieder steigenden Migrationszahlen über die Balkanroute und wegen der Bilanz der Kandidatenländer bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität.

Eine Abstimmung soll am 8. Dezember stattfinden. Eine Erweiterung des Schengen-Raums erfordert einen einstimmigen Beschluss. Es gilt als wahrscheinlich, dass Kroatien ab 2023 Mitglied werden kann. Ob die Schengen-Staaten auch dem Beitritt von Bulgarien und Rumänien zustimmen werden, ist unklar.

Zum Schengen-Raum gehören bisher 22 der 27 EU-Länder sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. November 2022 um 12:43 Uhr.