Flüchtlinge aus einem griechischen Lager bei der Ankunft in Deutschland | dpa

Migration Ein Drittel weniger Asylbewerber in EU

Stand: 24.04.2021 08:48 Uhr

Die Zahl der Asylanträge in der EU ist laut einem Medienbericht im ersten Quartal stark gesunken - um mehr als ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die meisten Anträge wurden in Deutschland gestellt.

In Deutschland gingen in den ersten drei Monaten diesen Jahres 26.240 neue Asylanträge ein. Damit liegt Deutschland in der EU vorne, gefolgt von Frankreich (20.477) und Spanien (13.034). Das berichtet die "Welt am Sonntag" vorab, die Zeitung beruft sich auf einen vertraulichen Situationsbericht der EU-Kommission zur aktuellen Migrationssituation in Europa.

Estland und Ungarn Schlusslichter

Die Angaben beziehen sich auf bisher unveröffentlichte Zahlen der EU-Asylbehörde EASO (European Asylum Support Office). Der Bericht liegt dem Blatt vor. Schlusslichter sind Estland mit elf Asylanträgen und Ungarn mit lediglich acht. 41 Prozent der Antragssteller in Deutschland sind laut Dokument Syrer, gefolgt von Afghanen (14 Prozent) und Irakern (sieben Prozent).

Starker Rückgang durch Pandemie

Insgesamt wurden im ersten Quartal 102.674 Asylanträge in der EU plus Schweiz und Norwegen gestellt. Das ist ein Rückgang von deutlich mehr als einem Drittel gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, der vor allem auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist.

Die Pandemie sorgte dem Bericht zufolge auch für einen starken Rückgang der illegal aus der Türkei in die EU eingewanderten Menschen. Laut EU-Situationsbericht seien bis Mitte April 2368 solcher Fälle gezählt worden und damit 74 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Hauptankunftsland war dem Bericht zufolge Griechenland mit 1822 illegal eingewanderten Menschen, gefolgt von Italien mit 477 und Bulgarien mit 99 Fällen.

Forderungen an Europa aus Ägypten

Unterdessen hat Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi von Europa neue Ansätze in der Migrationspolitik gefordert: "Natürlich können Sie nicht jeden illegalen Migranten aufnehmen", sagte er der "Welt". Aber Europa solle sich "an einer Regulierung legaler Migration beteiligen".

Europa könne helfen, wirtschaftliche Perspektiven in seinem Land zu schaffen, in dem jedes Jahr mehr als eine Million junger Menschen neu auf den Arbeitsmarkt drängten: "Arbeitsplätze können nur entstehen, wenn Europa uns hilft, Industrien aufzubauen, und sei es auch in Konkurrenz zu seinen eigenen." Vor allem brauche sein Land Knowhow und neue Technologien.