Ein Mediziner nimmt einem Mann eine Blutprobe für einen HIV-Test | AFP

Bericht des "Globalen Fonds" Corona wirft Kampf gegen Aids zurück

Stand: 08.09.2021 07:50 Uhr

Die Corona-Pandemie hat den Kampf gegen Aids und Tuberkulose massiv erschwert, so der Globale Fonds, der Epidemien in mehr als hundert Ländern bekämpft. Etwa sei die Zahl der HIV-Tests um 22 Prozent zurückgegangen.

Die Corona-Pandemie wirkt sich katastrophal auf den Kampf gegen andere schwerwiegende Krankheiten aus. Das berichtete der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria in Genf. Betroffen seien vor allem Tuberkulose- und Aids-Patienten - bei beiden Krankheiten sei die Zahl der Behandlungen und Tests infolge der Pandemie deutlich gesunken.

"Die Auswirkungen von Covid-19 auf den Kampf gegen HIV, Tuberkulose und Malaria sowie auf die von uns unterstützten Gemeinschaften waren verheerend", erklärte der Exekutivdirektor des Fonds, Peter Sands, anlässlich der Vorstellung eines Berichts über die Arbeit der internationalen Organisation im vergangenen Jahr.

Präventionsprogramme erreichen weniger Menschen

Die Zahl der Menschen, die mit Aids-Präventionspogrammen erreicht worden seien, sei im Vergleich zu 2019 um elf Prozent zurückgegangen. Die Zahl der HIV-Tests sei um 22 Prozent zurückgegangen, was den Beginn einer Behandlung in den meisten Ländern verzögert habe. Trotz der Pandemie stieg allerdings die Zahl der Menschen, die im Jahr 2020 eine lebensrettende antiretrovirale HIV-Therapie erhielten, um 8,8 Prozent.

Dem Bericht zufolge sank im Jahr 2020 die Zahl der gegen arzneimittelresistenten Tuberkulose behandelten Menschen in den Ländern, in die der Fonds investiere, um 19 Prozent.

Auch Malaria-Tests zurückgegangen

Der Kampf gegen Malaria sei durch Covid-19 nicht ganz so stark betroffen gewesen, hieß es weiter. Die Zahl der getesteten Malariaverdachtsfälle sei zurückgegangen, allerdings weniger stark als bei HIV, nämlich um 4,3 Prozent.

Der 2002 gegründete und zuvor von den G8 gebilligte Fonds hat es sich zur Aufgabe gemacht, die drei Epidemien zu beenden. Er investiert dafür jedes Jahr mehrere Milliarden Euro in mehr als hundert Ländern. Das Geld stammt überwiegend von Regierungen, aber auch aus der Privatwirtschaft und von Stiftungen.

Der Fonds hat nach eigenen Angaben seit seiner Gründung rund 44 Millionen Menschenleben gerettet und die Zahl der durch Aids, Tuberkulose und Malaria verursachten Todesfälle in den Ländern, in die er investiert, um knapp die Hälfte gesenkt.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 08. September 2021 um 08:36 Uhr.