LGBTI-Demonstration in Warschau | AP

Pride-Parade in Warschau Tausende unter dem Regenbogen

Stand: 19.06.2021 21:08 Uhr

Angeführt von Bürgermeister Trzaskowski haben in Warschau Tausende Menschen gegen Homophobie und für LGBTIQ-Rechte demonstriert. Polen steht wegen Diskriminierung und fehlender Gleichberechtigung international in der Kritik.

Tausende Menschen haben sich in Warschau an einer Homosexuellen-Parade beteiligt. An der Spitze des Zugs lief der Bürgermeister Rafal Trzaskowski. Der liberale Politiker drückte damit seine Unterstützung für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans-Personen aus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden von Menschen bejubelt, die auf ihren Balkonen Regenbogenfahnen schwenkten.

Das streng katholische Polen steht immer wieder wegen der Diskriminierung sexueller Minderheiten in der Kritik. Eine Reihe von Gemeinden hat sich dort seit Anfang 2019 zu "LGBTI-freien" Zonen erklärt.

Die rechtsnationale Regierungspartei PiS prangert regelmäßig eine vermeintliche "LGTBI-Ideologie" an, die von Brüsseler "Eurokraten" genährt werde und sich gegen polnische Traditionen und Werte richte. Das englische Kürzel LGBTIQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, intersexuell und queer.

LGBTI-Demonstration in Warschau | dpa

Die Demonstranten schmückten sich mit Regenbogenfahnen. Bild: dpa

Keine gleichgeschlechtlichen Ehen erlaubt

Rafal Wojtczak, ein Sprecher der Organisatorinnen und Organisatoren, wies darauf hin, dass in Polen keine gleichgeschlechtlichen Ehen erlaubt sind. Präsident Andrzej Duda bezeichnete LGBTIQ im vergangenen Jahr als "Ideologie, die noch zerstörerischer sei als der Kommunismus".

Die Gleichberechtigungsparade wird seit 2001 abgehalten. Im vergangenen Jahr fand sie wegen der Corona-Pandemie nicht statt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Juni 2021 um 20:23 Uhr.