Katze sitzt neben gestapelten Stühlen einer geschlossenen Bar in Athen | REUTERS

Steigende Infektionszahlen Griechenland komplett Risikogebiet

Stand: 05.03.2021 16:42 Uhr

Griechenland plagen weiter steigende Infektionszahlen. Daher wird nun das ganze Land zum Risikogebiet. Auch für Schweden, Ungarn und Jordanien verschärfen das RKI und deutsche Behörden ihre Risikobewertung.

Seit rund vier Monaten befindet sich Griechenland im Corona-Lockdown, und trotzdem nehmen die Infektionen mit dem Virus zu. Deshalb stuft die Bundesregierung das gesamte Land ab Sonntag als Risikogebiet ein.

Griechenland zählte bisher zu den wenigen Ländern, die nie komplett als Corona-Risikogebiet eingestuft wurden. Zuletzt waren unter anderem die griechischen Inseln in der Ägäis, Kreta sowie die Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands wie Korfu von der Einstufung ausgenommen. Ab Sonntag müssen sich auch Rückkehrer aus diesen Regionen nach der Einreise in Deutschland innerhalb von 48 Stunden auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie für zehn Tage in Quarantäne, von der sie sich erst nach fünf Tagen durch einen weiteren negativen Test befreien können.

Steigende Zahlen trotz strikter Auflagen

Seit Monaten gelten in Griechenland strenge Beschränkungen. So müssen die Einwohner teilweise per SMS eine Erlaubnis beantragen, um das eigene Haus verlassen zu können. Und dann dürfen sie sich nur in einem sehr begrenzten Umkreis bewegen.

Trotzdem verzeichnete Griechenland Mitte der Woche mit rund 2700 Neuinfektionen binnen 24 Stunden den höchsten Wert seit Jahresbeginn. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität verzeichnet das Land seit Ausbruch der Pandemie fast 199.500 Corona-Infektionen und mehr als 6600 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung.

Am Donnerstag meldete die griechische Gesundheitsbehörde allerdings erstmals wieder leicht sinkende Zahlen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Ansteckungen binnen einer Woche unter 100.000 Einwohnern, lag am Donnerstag dennoch bei 121,6. Ab einem Wert von 50 Neuinfektionen in einer Woche und pro 100.000 Einwohner gilt eine Region oder ein Land für die Bundesrepublik als Risikogebiet.

Hohes Risiko in Schweden, Ungarn und Jordanien

Auch in Bezug auf die Länder Schweden, Jordanien und Ungarn verschärfen die deutschen Behörden und das Robert Koch-Institut RKI ihre Risikoeinschätzung. Alle drei Staaten gelten ebenfalls ab Sonntag als sogenannte Hochinzidenzgebiete - also als "Gebiete mit besonders hohem Infektionsrisiko durch besonders hohe Inzidenzen für die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2", wie es auf der Internetseite des RKI heißt.

Für diese Einstufung liegt der Grenzwert bei der Sieben-Tage-Inzidenz bei 200 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner. In Ungarn verzeichneten die Gesundheitsbehörden gestern einen Wert von 324,1, in Jordanien lag die Inzidenz bei 327,5 und in Schweden bei 269.

Wer aus diesen Ländern oder Regionen nach Deutschland kommt, muss schon bei der Einreise einen negativen Test vorweisen.

Risikobewertung für Teile Kroatiens aufgehoben

Im Gegensatz dazu wurde für Teile Kroatiens die Bewertung als Risikogebiet aufgehoben und damit auch einhergehende Reisebeschränkungen. Betroffen sind die Bezirke Bjelovar-Bilogora, Istrien, Krapina-Zagorje und Požega-Slawonien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. März 2021 um 16:30 Uhr.