Das "Louise" Restaurant in Oslo, Norwegen. | dpa

Mindestens 13 Infektionen Großer Omikron-Ausbruch in Oslo

Stand: 03.12.2021 21:38 Uhr

Alle geimpft, alle getestet: Trotz Einhaltung der Regeln haben sich bei einer Feier in Oslo mindestens 60 Personen mit dem Coronavirus angesteckt. Bislang konnte in 13 Fällen eine Infektion mit der Omikron-Variante nachgewiesen werden.

Nach einem Weihnachtsessen in einem Restaurant der norwegischen Hauptstadt Oslo sind mindestens 13 Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus aufgetreten. Über die Hälfte der rund 120 - allesamt geimpften - Gäste einer Weihnachtsfeier steckte sich mit dem Coronavirus an. Die Behörden gingen davon aus, dass viele der Infektionen durch Omikron hervorgerufen wurden. Durch Tests definitiv bestätigt wurden dies demnach zunächst in 13 Fällen.

Bislang sei bei 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Weihnachtsessens der PCR-Test positiv ausgefallen, bei vier weiteren sei zumindest der weniger genaue Antigen-Test positiv, erklärte die Stadtverwaltung. Die Sequenzierung der Proben der positiv Getesteten dauere an. Einer der Teilnehmer der Feier war kurz zuvor aus Südafrika zurückgekehrt. 

Alle Gäste geimpft, getestet und symptomfrei

Die Gesundheitsbeauftragte von Oslo, Tine Ravlo, sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Feier im Rahmen der Corona-Vorgaben stattgefunden habe und "keine Regeln gebrochen" worden seien. "Sie alle waren geimpft, keiner von ihnen hatte Symptome und sie hatten alle Selbsttests gemacht." Sollten sich weitere Ansteckungsfälle mit Omikron bestätigen, wird es sich wohl um den bisher größten bekannten Ausbruch der neuen Variante außerhalb Südafrikas handeln.

Es sei aber noch zu früh, dies als Beweis zu sehen, "dass Omikron ansteckender als die Delta-Variante ist", sagte Preben Aavitsland vom norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit. "Vorfälle der Super-Verbreitung gibt es auch bei der Delta-Variante." Auch sei es noch zu früh, um zu sagen, "ob das klinische Bild der Krankheit bei Omikron-Infektionen anders ist als bei Delta-Infektionen", sagte Aavitsland. "Keiner der Patienten hat schwerwiegende Symptome, keiner wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Dies ist jedoch angesichts des jungen Alters der Teilnehmer nicht überraschend."

"Die Lage ist beunruhigend"

Die norwegische Regierung verschärfte vorsorglich die Schutzmaßnahmen für Oslo und die Umgebung. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufszentren, Geschäften und Taxis muss demnach wieder eine Maske getragen werden; Beschäftigte sollen wenn möglich wieder von zu Hause arbeiten. Bei privaten Veranstaltungen in Innenräumen wird die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt.

"Die Lage ist beunruhigend", sagte Gesundheitsministerin Ingvild Kjerkol. Die Omikron-Infektionen zeigten, dass eine Corona-Impfung bei dieser Variante "nicht gut vor Infektionen schützt". Die Stadt kündigte an, alle Kontakte intensiv nachverfolgen zu wollen, um eine Weiterverbreitung des Virus zu verhindern. 

Omikron-Variante könnte sich durchsetzen

Norwegen hatte am Mittwoch die ersten vier Omikron-Fälle im Land gemeldet. Infizierte, die sich nachweislich mit der neuen Variante angesteckt haben, müssen sich ebenso wie ihre Angehörigen länger als andere Corona-Infizierte isolieren.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) verzeichnete für die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), zu dem neben der EU auch Norwegen, Island und Liechtenstein zählen, bislang 79 Omikron-Infektionen. Auf Grundlage von Modellrechnungen rechnet die ECDC damit, dass sich Omikron binnen weniger Monate zur vorherrschenden Corona-Variante in Europa entwickeln könnte.