Wien: Menschen warten vor einer Covid-Teststation in einer Apotheke, um sich mit Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus testen zu lassen. | dpa

Coronavirus-Pandemie Österreich führt 3G-Regel am Arbeitsplatz ein

Stand: 20.10.2021 15:38 Uhr

Österreich folgt dem Beispiel Italiens: Arbeitnehmer müssen auch dort künftig nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Ab 1. November gilt diese 3G-Regel am Arbeitsplatz. Bei Missachtung drohen Geldstrafen.

Nach Italien führt auch Österreich die 3G-Nachweispflicht am Arbeitsplatz ein. Vom 1. November an müssen Beschäftigte nachweisen können, dass sie geimpft, regelmäßig getestet oder von Covid-19 genesen sind, wie die Regierung in Wien mitteilte. Der Nachweis sei überall dort Pflicht, wo physischer Kontakt mit anderen nicht ausgeschlossen werden könne, wie etwa im Büro oder der Kantine. "Wir reden hier nicht vom Homeoffice, vom Nachtwächter oder vom Lkw-Fahrer", sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein nach einer Kabinettssitzung.

Die Gesundheitsbehörden sollen die Einhaltung der neuen Regel mit Stichproben überprüfen. Bei fehlenden 3G-Nachweisen drohen Verwaltungsstrafen von 500 Euro für Arbeitnehmer und 3600 Euro für Arbeitgeber, sagte Arbeitsminister Martin Kocher. Er hoffe jedoch, dass mit innerbetrieblichen Vereinbarungen sowie mit der Möglichkeit von Homeoffice für Menschen ohne Corona-Nachweis solche Strafen verhindert werden könnten, so Kocher.

Schutzmechanismus gegen das Virus

Als erstes europäisches Land hatte Italien den sogenannten Grünen Pass für Beschäftigte des öffentlichen und privaten Sektors eingeführt. Österreichs Gesundheitsminister Mückstein sprach von einem weiteren Schutzmechanismus gegen das Coronavirus. "Es kann nicht sein, dass man sich am Ort der Arbeit unter Umständen dem Risiko einer Corona-Infektion aussetzen muss", sagte er. Die neue Regelung soll in den kommenden Tagen als Verordnung veröffentlicht werden.

In Österreich fällt mit der Einführung des 3G-Nachweises am Arbeitsplatz gleichzeitig die allgemeine Maskenpflicht für Beschäftigte. Für Kunden bleibe das Tragen einer Maske an Orten zur Deckung notwendiger Grundbedürfnisse - etwa in Supermärkten, Apotheken und Post - hingegen weiterhin verpflichtend.

Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich wochenlang unter 150 verharrt war, stieg sie in den vergangenen Tagen an und erreichte zuletzt 183. Knapp 62 Prozent der Menschen in Österreich haben einen vollen Impfschutz gegen Covid-19.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. November 2021 um 05:44 Uhr.

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KOMMENTARE

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Nettie 20.10.2021 • 21:47 Uhr

@realitychecker, 21:24

„Die Zahlen aus Singapur sind nicht aussagekräftig zum Vergleich.“ Zum Vergleich in diesem Fall nicht, da haben Sie Recht. Über die Folgen gesellschaftlicher Ungleichheit (bzw. Ungerechtigkeit) sagen sie dafür allerdings sehr viel aus.