Pro-russische Separatisten in der Umgebung von Donezk (Archivbild 2014) | picture alliance / AP Photo

Prorussische Separatisten Brite in Gefangenschaft gestorben

Stand: 15.07.2022 13:30 Uhr

Ein im April von prorussischen Separatisten in Donezk gefangen genommener Brite ist in Haft gestorben. Eine Sprecherin der Separatisten nannte "eine Reihe chronischer Krankheiten und Stress" als Todesursachen.

Im Osten der Ukraine ist ein Brite in Kriegsgefangenschaft der prorussischen Separatisten gestorben. Dies teilte Darja Morosowa, eine Vertreterin der Separatisten, der Agentur Interfax zufolge mit.

Mann soll unter anderem Diabetes gehabt haben

Bei einer medizinischen Untersuchung des Mannes nach dessen Festnahme vor mehreren Wochen seien eine Reihe chronischer Krankheiten wie Diabetes, eine Lungen- und Nierenschwäche sowie mehrere Herzkreislaufbeschwerden festgestellt worden, sagte Morosowa.

"Angesichts dieser Diagnose und des Stresses ist er am 10. Juli gestorben." Die genauen Todesumstände ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Trotz "der Schwere der Verbrechen", die ihm vorgeworfen worden seien, habe der Mann in der Haft eine "angemessene medizinische Versorgung" erhalten, sagte Morosowa. Die Mutter des Verstorbenen hatte zuvor angegeben, dass ihr Sohn an Diabetes leide und auf Insulin-Gaben angewiesen sei.

Die Hilfsorganisation Presidium Network mit Sitz in Großbritannien hatte am 29. April bekannt gegeben, dass zwei ihr bekannte humanitäre Helfer im Süden der Ukraine von der russischen Armee gefangen genommen worden seien. Sie hätten dort versucht, eine Frau und ihre beiden Kinder in Sicherheit zu bringen.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Laut Separatisten Söldner

Die Separatisten warfen dem nun Verstorbenen vor, ein Söldner gewesen zu sein. In einem im russischen Fernsehen verbreiteten Verhörvideo gab er an, bereits im Irak, in Afghanistan und Libyen gekämpft zu haben. Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen.

Die Separatisten haben mehrere Ausländer als Söldner der ukrainischen Truppen zum Tode verurteilt. Der Verstorbene zählte aber nicht zu den Verurteilten.

Über dieses Thema berichteten Deutschlandfunk und MDR aktuell am 15. Juli 2022 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.