Feuerwehrfahrzeuge stehen in der Einfahrt der Luftwaffenbasis Torrejón de Ardoz bei Madrid. | AFP

Explosion in der ukrainischen Botschaft Mehrere Briefbomben in Spanien verschickt

Stand: 01.12.2022 15:50 Uhr

In Madrid ist ein Mitarbeiter der ukrainischen Botschaft von einer explodierenden Briefbombe verletzt worden. Weitere Sendungen gingen an eine Militärbasis und eine Waffenfabrik - und auch der Regierungschef ist betroffen.

Bei mehreren Vorfällen mit Briefbomben und verdächtigen Pakten in Spanien handelt es sich offenbar um eine Serie. Heute wurden zwei Päckchen entdeckt, die an die US-Botschaft in Madrid und an einen Luftwaffenstützpunkt nahe der Hauptstadt geschickt worden waren. Damit steigt die Gesamtzahl der in den vergangenen Tagen in Spanien eingegangenen Briefbomben auf sechs.

Am Luftwaffenstützpunkt hätten die Sicherheitssysteme wegen eines verdächtigen Mechanismus Alarm ausgelöst, teilte das Verteidigungsministerium mit. Daraufhin seien Spezialkräfte zu der Basis ausgerückt, die oft für Flüge der Regierung und Transporte in die Ukraine genutzt wird.

In der US-Botschaft wurde Medienberichten zufolge eine verdächtige Sendung zur Explosion gebracht. Die Botschaft und die spanischen Sicherheitsbehörden hätten das Anti-Terror-Protokoll aktiviert und den Bereich um die Botschaft abgesperrt.

Botschaftsmitarbeiter bei Explosion verletzt

Bereits am Mittwoch war in der ukrainischen Botschaft in Madrid eine Briefbombe explodiert und hatte einen Mitarbeiter der Botschaft leicht verletzt. Der Außenminister der Ukraine, Dmytro Kuleba, ordnete für alle Einrichtungen verstärkte Sicherungsmaßnahmen an.

Ebenfalls am Mittwoch war ein explosives Päckchen in einer Waffenfabrik in Saragossa entdeckt worden, in der Granatwerfer hergestellt werden - solche hatte Spanien bereits an die Ukraine geliefert. Dieses Päckchen sei von der Polizei gesprengt worden. Bei beiden Sendungen sei dieselbe E-Mail-Adresse als Absender angegeben worden, hieß es von den spanischen Behörden.

Das Nationale Gericht Spaniens ermittelt nun wegen Terrorismus - die spanischen Behörden schlossen nicht aus, dass alle Sendungen mit dem Krieg in der Ukraine in Zusammenhang stehen könnten.

Brief auch an den Regierungschef geschickt

Bereits vor rund einer Woche war ein ähnlicher Sprengsatz an den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez geschickt worden. Die Regierung gab den Vorfall aber erst jetzt, nach der Explosion in der ukrainischen Botschaft, bekannt. Der an den Regierungschef adressierte Umschlag mit "pyrotechnischem Material" sei "entdeckt und durch die Sicherheitsdienste neutralisiert worden", erklärte das Innenministerium.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Dezember 2022 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.