Antony Blinken und Heiko Maas | REUTERS

Treffen der Anti-IS-Koalition Wie weiter gegen den IS?

Stand: 28.06.2021 04:30 Uhr

83 Staaten bilden eine Koalition gegen die Terrormiliz IS. Heute treffen sich deren Vertreter in Rom - zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder persönlich. Auch Bundesaußenminister Maas und sein US-Kollege Blinken sind dabei.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Studio Rom

Bei ihrem heutigen Treffen in Rom beraten die Staaten, die sich im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zusammengeschlossen haben, über ihr weiteres Vorgehen. Es ist das erste persönliche Treffen seit Februar 2019.

Tilmann Kleinjung

Seitdem hat sich die Ausgangslage verändert: Der IS kontrolliert keine Territorien mehr im Irak oder in Syrien. Das zur Hauptstadt des Kalifats erklärte Mossul ist seit bald vier Jahren befreit. Und dennoch sind die Koalitionäre im Kampf gegen den IS besorgt.

IS expandiert wieder

Die Terrormiliz lebt weiter als Untergrundorganisation, verübt Anschläge. Der Rückzug der US-Truppen aus dem Irak spielt den Terroristen in die Hände. Wegen der Corona-Pandemie war zwischenzeitlich auch die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte unterbrochen worden. Mittlerweile läuft sie wieder - auch mit Unterstützung der Bundeswehr. Aktuell werden etwa 250 Soldatinnen und Soldaten im Kampf gegen den IS eingesetzt.

Bei ihrer Tagung in Rom müssen die Vertreter der Anti-IS-Koalition noch ein weiteres Phänomen in den Blick nehmen: Der IS expandiert. Vor zwei Wochen bekannte sich ein Ableger der Terrorgruppe zu einem Anschlag in Kabul in Afghanistan, bei dem sieben Menschen getötet wurden.

Zunehmende Aktivität in Afrika

Noch aktiver ist der IS in Afrika: In Mosambik, in Mali oder in Burkina Faso verbreiten die Milizionäre unter der schwarzen Flagge des IS Angst und Terror. In Nigeria laufen sie Boko Haram den Rang ab. In Afrika, südlich der Sahara, könne der IS mit minimalem Einsatz maximalen Erfolg erzielen, so der französische Terror-Experte Vincent Foucher in der britischen Zeitung "The Guardian".

Die Vorgangsweise des IS ist dieselbe wie im Irak und in Syrien: brutale Gewalt gegen Zivilisten und leichtes Spiel gegen schwache Regierungen bzw. schlecht aufgestellte Sicherheitskräfte.

Die Anti-IS-Koalition hat das Problem erkannt und hatte sich bei ihrer letzten virtuellen Tagung Ende März bereit erklärt, auch die afrikanischen Staaten bei der Bekämpfung des IS zu unterstützen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juni 2021 um 08:00 Uhr.