Eine Grupppe Menschen in Schwimmwesten auf einem Boot | dpa

Flüchtlinge auf Ärmelkanal 400 Migranten aus Seenot gerettet

Stand: 04.11.2021 11:23 Uhr

Beim Untergang mehrerer überfüllter Flüchtlingsboote auf dem Ärmelkanal ist ein Mann ums Leben gekommen. Mehr als 400 Migranten seien aus Seenot gerettet worden, teilten die französischen Behörden mit.

Im Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien sind seit Dienstagabend mehr als 400 Migranten aus Seenot gerettet worden. Das teilten die französischen Behörden in Calais mit. Eine Person, die bereits bewusstlos gewesen sei, sei an Land schließlich für tot erklärt worden.

Die Migranten hatten versucht, mit Booten den Ärmelkanal zu überqueren, um nach Großbritannien zu gelangen. An den Hilfseinsätzen waren Schiffe der französischen Marine, der Küstenwache, des Zolls sowie zwei Hubschrauber beteiligt. Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben der Präfektur um einen etwa 30 Jahre alten Mann. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Mehrere Boote seien gekentert, weil sie zu stark überladen gewesen seien, hieß es.

Untaugliche Boote und hohe Schlepperpreise

Die Migranten nutzen oft seeuntaugliche Boote und zahlen Schleppern hohe Preise für die Überfahrt nach England. Viele wollen dorthin, weil sie die Sprache sprechen und in England bereits Bekannte oder Verwandte haben.

Seit Beginn des Jahres wurden allein bis Ende August bereits knapp 16.000 Menschen im Ärmelkanal gerettet - deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Einer ähnlich großen Zahl gelang die Überfahrt nach Großbritannien.

Kontrollen an Küsten verstärkt

Der britischen Regierung, die nach dem Brexit ein neues, rigides Einwanderungssystem eingeführt hat, möchte die illegale Einwanderung verhindern. London und Paris hatten sich kürzlich darauf verständigt, die Kontrollen an den Küsten zu verstärken.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. November 2021 um 19:00 Uhr.