Ein ICE 4 verlässt den Münchner Hauptbahnhof. | dpa

EU-Pläne für Bahnreisende Kein Geld zurück bei Sturm?

Stand: 07.12.2017 13:05 Uhr

Wenn Bahnreisende viel zu spät ans Ziel kommen, erhalten sie bisher bis zu 50 Prozent des Fahrpreises als Entschädigung zurück. Das gilt auch bei Stürmen oder schlechtem Wetter. Das will die EU-Kommission nun ändern.

Von Andreas Meyer-Feist, ARD-Studio Brüssel

Als die Herbststürme über Deutschland fegten, wurde es teuer für die Bahn: Viele Fahrgäste, die verspätet ankamen oder von Zugausfällen betroffen waren, forderten Entschädigungen und bekamen sie auch. Denn auch die Herbststürme "Xavier" und "Herwart" zwangen die Bahn zu Zahlungen - trotz "höherer Gewalt", für die die Transportumnternehmen nichts können.

Andreas Meyer-Feist ARD-Studio Brüssel

Bislang bis zu 50 Prozent Erstattung

Der Entschädigungsanspruch ist sogar in einer EU-Richtlinie festgelegt. Die Bahn muss auch bei witterungsbedingten Störungen und Ausfällen einen Teil des Fahrpreises erstatten: Ab 60 Minuten Verspätung muss 25 Prozent des Fahrpreises gezahlt werden, ab zwei Stunden Verspätung sind es sogar 50 Prozent. Das gilt bisher auch bei Unwettern.

Die EU-Kommission will das ändern. Sie beruft sich auf den Gleichheitsgrundsatz. Die bisherigen Erstattungspflichten für Bahnunternehmen widersprechen gleichen Wettbewerbsbedingungen im Konkurrenzkampf mit Bus- und Flugunternehmen. Denn hier gibt es keine Entschädigungsansprüche für Kunden, wenn höhere Gewalt im Spiel ist, also Unwetter und Naturkatastrophen. Genauso soll es nach dem Willen der Kommission in Zukunft auch für Bahnunternehmen gelten.

Kommission will Entschädigungsregeln ändern

Die EU-Kommission plant Folgendes: Kann die Bahn nachweisen, dass Verspätungen witterungsbedingt sind, entfallen Entschädigungsansprüche der Kunden - nicht aber, wenn die Verspätungen durch Gleisschäden, technische Probleme an der Lok oder Personalmangel entstanden sind. Die Verbraucherzentrale Bundesverband warnt vor Einschränkungen. Die Rechte der Kunden dürften nicht beschnitten werden. Entscheiden müssen am Ende die EU-Verkehrsminister.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Dezember 2017 um 12:53 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
riewekooche 07.12.2017 • 20:50 Uhr

@15:55 von Karl Klammer

Die Bahn fuhr noch mit 80km/h Dampf Tut sie bei uns heute immer noch - solange die Oberleitung nicht defekt ist. Mit Dampf war sie wenigstens autark. Oder fluchte wenn eine Kuh auf den Schienen stand. Auch heute halten die Züge Zusammenstöße mit Kühen nicht aus. Heute fährt man mit 200km/h für 29€ durch Deutschland und das ist offenbar noch vielen zu teuer Bis man mal an einen entsprechenden Bahnhof kommt, muß man 2 Stunden Bummelzug fahren, und deutlich mehr als 29€ bezahlen. Man kann bei defekten Signalbirnen noch weiterfahren ohne zum Streckentelefon zu laufen Das habe ich aber schon anders erlebt. 15min Aufenthalt auf freier Strecke, weil das Signal klemmte. und Umleitungen fahren wenn sich täglichen Selbstmörder in die Gleise legen Umleitungen? Wie denn, ohne entsprechende Strecken?