Ampullen vom BioNTech/Pfizer-Impfstoff gegen Covid-19 | dpa

Corona-Studie aus Israel Hoffnung in der Frage der Virusübertragung

Stand: 21.02.2021 13:43 Uhr

Noch immer ist unklar, ob sich gegen Corona Geimpfte mit dem Virus anstecken und es dann auch weitergeben können. Daten aus Israel deuten darauf hin, dass der Impfstoff von BioNTech die Virusübertragung deutlich verringert.

Eine israelische Studie gibt Grund zur Hoffnung, dass der Corona-Impfstoff des deutschen Pharmaunternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer die Weitergabe des Virus deutlich reduziert. Die Untersuchung stammt vom israelischen Gesundheitsministerium, das dafür mit Pfizer zusammengearbeitet hat. Sie ist noch unveröffentlicht, liegt aber mehreren Medien vor - unter anderem der Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach kann der Impfstoff eine Übertragung von Sars-Cov-2 zu 89,4 Prozent verhindern, asymptomatische Fälle miteinbezogen. Symptomatische Fälle würden um 93,7 Prozent verringert. "Diese Studien geben sehr klare erste Hinweise darauf, dass auch die Infektionen vermieden werden", sagte dazu SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dem WDR. "Das würde tatsächlich dann auch sehr viel mehr Normalität möglich machen, wenn sich diese Ergebnisse bestätigen."

Schon gestern hatte Lauterbach in einem Tweet auf die Studie hingewiesen. Wenn sich die Zahlen bestätigten, würde eine Herdenimmunität per Impfung möglich.

Bislang gab es in der Forschung nur Erkenntnisse, inwiefern das Mittel vor einer Erkrankung schützt - und nicht, ob es auch gegen Infektionen hilft. Auch die Autoren der israelischen Studie mahnten zur Vorsicht mit ihren Ergebnissen, schreibt die Nachrichtenagentur dpa. Demzufolge könnte ihre Herangehensweise dazu führen, dass der Effekt der Impfungen auf Infektionen überschätzt wird.

99 Prozent Schutz vor schweren Erkrankungen

Das israelische Gesundheitsministerium selbst gab neue Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffs gegen das Risiko einer Erkrankung heraus. Demnach verhindert das Mittel nach der zweiten Dosis zu 95,8 Prozent eine Erkrankung an Covid-19, zu 98 Prozent das Auftreten von Symptomen wie Fieber und Atembeschwerden und zu etwa 99 Prozent Krankenhausaufenthalte, schwere Erkrankungen und Tod. Frühere Analysen hatten dem Vakzin eine Wirksamkeit von 95 Prozent bescheinigt.

Am Freitag war zudem bekannt geworden, dass der Impfstoff schon nach der ersten Dosis hochwirksam sei. Bereits zwei bis vier Wochen nach der ersten Spritze liege die Wirksamkeit bei 85 Prozent, hieß es in einer in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Untersuchung.

Pfizer und BioNTech gaben darüber hinaus bekannt, dass der Impfstoff auch bei höheren Temperaturen gelagert werden könne, als bisher bekannt. Auch bei einer Aufbewahrung bei -25 bis -15 °C sei das Vakzin stabil, was die Nutzung gängiger pharmazeutischer Gefrier- und Kühlschränke ermögliche. Bisher ist vorgeschrieben, dass der Impfstoff bei Temperaturen zwischen -80°C und -60°C gelagert werden muss.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Februar 2021 um 11:00 Uhr.