Der chinesische Ex-Banker Lai Xiaomin im Gerichtssaal. | AFP

Verurteilt wegen Korruption Chinesischer Ex-Banker Lai hingerichtet

Stand: 29.01.2021 15:28 Uhr

In China ist der frühere Top-Banker Lai wegen Korruption und Bigamie hingerichtet worden. China ist zwar das Land mit den meisten Hinrichtungen der Welt, trotzdem ist die Vollstreckung des Todesurteils in diesem Fall ungewöhnlich.

Nur dreieinhalb Wochen nach seiner Verurteilung wegen Korruption und Bigamie ist ein früherer chinesischer Top-Banker hingerichtet worden. Das Todesurteil gegen Lai Xiaomin sei heute in Tianjin im Norden des Landes vollstreckt worden, meldete Chinas Staatsfernsehen.

Der frühere Chef der staatlich kontrollierten Finanzholding Huarong war von einem Gericht schuldig gesprochen worden, umgerechnet 3,2 Millionen Euro an öffentlichen Geldern veruntreut zu haben. Zusätzlich soll er 215 Millionen Euro an Bestechungsgeldern erhalten haben.

Ungewöhnlich harte Strafe

Die Todesstrafe und die Hinrichtung sind selbst für chinesische Verhältnisse ungewöhnlich hart. Die von Lai eingestrichenen Bestechungsgelder seien extrem hoch, die Umstände seines Verbrechens "besonders schwerwiegend und die gesellschaftlichen Folgen besonders schwer", zitierte das chinesische Staatsfernsehen das Oberste Gericht, das die Exekutionsanordnung zuvor bestätigt hatte. Zudem habe der 58-jährige Lai neben seiner Ehe "lange Zeit mit einer anderen Frau zusammengelebt", mit der er uneheliche Kinder habe. 

Im Zuge der unter Staats- und Parteichef Xi Jinping initiierten Antikorruptionskampagne haben andere Personen, darunter hochrangige Beamte, Gefängnisstrafen erhalten. Todesurteile für Wirtschaftsverbrechen werden oft zunächst ausgesetzt und später in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.

Nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International führt China die Liste der Länder mit den meisten Hinrichtungen an, jedes Jahr werden demnach Tausende Menschen in dem Land zum Tode verurteilt und hingerichtet - die offizielle Zahl gilt als Staatsgeheimnis.


Mit Informationen von Ruth Kirchner, ARD-Studio Peking

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 5. Januar 2021 um 15:04 Uhr.