Das Atomkraftwerk Tricastin in Frankreich.

Bericht über Vorstoß von vier Staaten EU-Staaten wollen offenbar Förderung für Atomkraft

Stand: 13.04.2012 12:03 Uhr

Mehrere EU-Staaten fordern offenbar, dass die Europäische Union Atomtechnik genauso fördern soll wie Wind- und Solaranlagen. Für ein Treffen der europäischen Wirtschafts- und Energieminister kommende Woche in Brüssel hätten Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien ein entsprechendes Schreiben nach Brüssel geschickt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Das Atomkraftwerk Tricastin in Frankreich.

AKW Tricastin in Frankreich: Deutschlands Nachbar ist weltweit der zweitgrößte Atomstromproduzent.

Dem Bericht zufolge fordern die Länder, Atomkraftwerke künftig wie Solaranlagen oder Windräder als emissionsarme Technologien einzustufen. Der bis 2050 geplante Umstieg Europas auf emissionsarme Energieanlagen müsse "technologieneutral" erfolgen, zitiert die Zeitung aus dem Schreiben.

Setzen sich die vier Staaten durch, könnte künftig der Bau von Kernkraftwerken und auch der Verkauf von Atomstrom subventioniert werden - laut Zeitung ein erstrebenswertes Ziel, denn in allen vier Ländern gebe es Pläne für weitere Meiler. Doch ohne die Zustimmung Brüssels können nationale Energiemärkte nicht umgestaltet werden. Der zuständige Energiekommissar Günther Oettinger sagte der "SZ", er sei bereit, verschiedene Optionen zu diskutieren. Er werde sich die Position der einzelnen Mitgliedsstaaten und des Europäischen Rates anhören und zudem bis Juni noch weitere Vorschläge vorlegen, unter anderem zum Ausbau der erneuerbaren Energien.

Bundesregierung hält sich bedeckt

Innerhalb der Bundesregierung, die im vergangenen Jahr den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hatte, gibt es laut "SZ" noch keinen Konsens darüber, ob für oder gegen die Gleichbehandlung von erneuerbarer und nuklearer Energie auf EU-Ebene gestimmt werden soll. Dies sei "intern noch nicht abgestimmt", zitiert die Zeitung Regierungskreise. Die Umweltorganisation Greenpeace warnt die Bundesregierung. Würden Atomkraft und erneuerbare Energien gleichgestellt, würden Subventionen in Milliardenhöhe fließen, sagte Energieexperte Tobias Münchmeyer der Zeitung. Berlin dürfe "nicht auf dieses trojanische Pferd der Atomstaaten hereinfallen."

Atomkraft in Deutschland und bei seinen Nachbarn

Atomkraft in Deutschland und bei seinen Nachbarn

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KOMMENTARE

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Digestif 13.04.2012 • 20:34 Uhr

Atommüllgeschwafel

Was haben eigentlich hier soviele Leute wegen des Atommülls? Der ist doch eh schon da. Wenn jetzt keine neuen Kraftwerke gebaut werden, verschwindet der dann? Ist doch schnuppe, ob davon nun 100.000 oder 200.000t "endgelagert" werden müssen. Wir haben das Zeug an den Hacken, den Nachteil der Technologie also schon da. Wieso dann nicht den Vorteil ebendieser Tech. solange wie möglich nutzen? Die Kosten der Lagerung sind relativ unabhängig von der Menge. Desweiteren fallen auch noch in vielen anderen Industrien u.d. Medizin strahlende Abfälle an. Ich bezweifle außerdem, dass ein Endlager überhaupt notwendig ist. Durch neue Technologien wird "Atommüll" zum Rohstoff und unschädlich werden. Und an die, die so gerne "Sie geben also ihr Grundstück als Endlager frei"-brüllen. Sie geben also gerne ihr Grundstück für diverse Windräder und den Giftmüll aus der Solarmodul- und Windradproduktion frei? Die Chinesen, die am Fluss wohnen, an dem auch die Modulfabrik liegt, fänden das sicher super!