US-General Kenneth McKenzie spricht in einer Videoübertragung. | AP

Nach Drohnenangriff in Kabul Pentagon räumt Tötung von Zivilisten ein

Stand: 17.09.2021 21:58 Uhr

Das US-Verteidigungsministerium hat eingeräumt, bei einem Luftangriff in der afghanischen Hauptstadt Ende August versehentlich Unschuldige getötet zu haben. Zuvor hatten die USA angegeben, es seien IS-Kämpfer gewesen. Daran gab es Zweifel.

Die US-Streitkräfte haben eingeräumt, bei einem Drohnenangriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul Ende August mehrere Unschuldige getötet zu haben. "Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass bis zu zehn Zivilisten, darunter bis zu sieben Kinder, bei diesem Angriff auf tragische Weise ums Leben gekommen sind", sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt. Den Angriff bezeichnete er als "tragischen Fehler".

IS-Verbindung "unwahrscheinlich"

Man halte es für unwahrscheinlich, dass das Fahrzeug und die getöteten Personen eine direkte Bedrohung für die US-Streitkräfte dargestellt hätten oder mit Isis-K, einem Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), in Verbindung gestanden hätten. "Dieser Schlag wurde in dem ernsten Glauben ausgeführt, dass er eine unmittelbare Bedrohung unserer Streitkräfte durch die Evakuierten auf dem Flughafen verhindern würde, aber das war ein Fehler", sagte McKenzie. Es habe sich nicht um einen "überstürzten Angriff" gehandelt. Man habe das Fahrzeug zuvor acht Stunden lang beobachtet.

Unmittelbar nach dem Angriff hatte das Pentagon noch betont, in dem getroffenen Fahrzeug hätten Selbstmordattentäter gesessen, die einen weiteren Anschlag planten, nachdem bei einem Attentat in der Woche zuvor mindestens 13 US-Soldaten und 169 Afghanen getötet worden waren. Andere Quellen berichteten allerdings bereits von toten Zivilisten, woraufhin das US-Militär Aufklärung ankündigte.