Bewohner suchen nach Habseligkeiten in den Trümmern von zerstörten Häusern. | dpa

Philippinen Zahl der Todesopfer durch Taifun steigt weiter

Stand: 19.12.2021 07:30 Uhr

Infolge eines Tropensturms auf den Philippinen sind mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Der Taifun legte Strom- und Kommunikationsleitungen lahm und isolierte Inseln und Städte. Die Suche nach Überlebenden geht weiter.

Die Zahl der Todesopfer des Tropensturms "Rai" auf den Philippinen ist von den Behörden deutlich nach oben korrigiert worden. Der Gouverneur des beliebten Urlaubsortes Bohol, Arthur Yap, teilte auf seiner offiziellen Facebook-Seite mit, dass die Bürgermeister der verwüsteten Insel 49 Todesopfer in ihren Ortschaften gemeldet hätten. Damit stieg die Gesamtzahl der gemeldeten Todesopfer auf mehr als 100. Die Nachrichtenagentur AP berichtete von 112 Toten.

Yap erklärte, dass zehn Menschen auf der Insel noch immer vermisst wurden. Zudem hätte sich wegen unterbrochener Kommunikationsleitungen nur knapp die Hälfte der Bürgermeister bei seinen Mitarbeitern gemeldet.

Karte der Philippinen mit Guimaras, Bukidnon und Surigao City

Mehrere Provinzen waren von dem Taifun betroffen.

Bergungsmaßnahmen laufen weiter

Tausende Kräfte von Militär, Polizei, Küstenwache und Feuerwehr sind im Einsatz, um die Such- und Rettungsarbeiten in den am schlimmsten betroffenen Gebieten des riesigen Archipels zu unterstützen. Mit Baggern räumen sie blockierte Straßen frei. Wohlfahrtsverbände und Rettungsdienste haben zu Spenden aufgerufen. Die Rettungskräfte versorgen abgeschnittene Gebiete mit Wasser und Lebensmitteln.

Mehr als 300.000 Menschen in die Flucht getrieben

Der Taifun hatte am Donnerstag und Freitag schwere Verwüstungen auf mehreren Inseln im Süden des Landes angerichtet. In vielen Gebieten wurde die Stromversorgung lahmgelegt. Der Tropensturm deckte deckte Häuser ab; Betonmasten stürzten um und zahlreiche Dörfer wurden überflutet. Mehr als 300.000 Menschen flohen, viele von ihnen suchten zwischenzeitlich Zuflucht in Notunterkünften.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 Kilometern pro Stunde war "Rai" auf die Philippinen getroffen - und wurde als "Super-Taifun" eingestuft. Inzwischen ist er auf das Südchinesische Meer weitergezogen.

Etwa 20 Taifune pro Jahr

Der Sturm traf die Philippinen zum Ende der Taifun-Saison. Er war der schlimmste Taifun in diesem Jahr. Die meisten heftigen Wirbelstürme entwickeln sich zwischen Juli und Oktober. Der südostasiatische Inselstaat wird jedes Jahr von durchschnittlich etwa 20 Taifunen heimgesucht.

Durch den Klimawandel und die damit steigenden Meerestemperaturen nehmen Wirbelstürme in ihrer Zahl und Intensität zu. Der bisher schlimmste Taifun "Haiyan" hatte im November 2013 mehr als 6300 Menschen das Leben gekostet. Mehr als vier Millionen Menschen mussten fliehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Dezember 2021 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.