Zwei Männer schieben ein Motorrad durch eine überflutete Straße in der vietnamesischen Stadt Hoi An. | AFP

Kambodscha und Vietnam Mehrere Tote nach Taifun "Noru"

Stand: 28.09.2022 10:29 Uhr

Der Taifun "Noru" hat in Vietnam und im Nachbarland Kambodscha schwere Überschwemmungen und Schäden verursacht. Kambodscha meldet mehrere Tote. Die vietnamesische Stadt Hoi An, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, steht unter Wasser.

Der Taifun "Noru" hat mit starken Winden und heftigem Regen in den Küstengebieten von Vietnam und am Fluss Mekong im Nachbarland Kambodscha schwere Überschwemmungen und Schäden verursacht. Der Tropensturm fegte über die Zentralregionen Vietnams.

In mehreren Provinzen fiel der Strom aus. Bäume und Strommasten knickten um, Dächer wurden abgedeckt und Tausende Häuser beschädigt. In Vietnams drittgrößter Stadt Danang schwankten am frühen Mittwoch Hochhäuser. Mehr als 300.000 Menschen hatten bereits die Nacht in Notunterkünften verbracht.

Ein Motorroller fährt vor einem umgestürzten Baum. | AFP

Vietnam: Ein Motorroller fährt vor einem umgestürzten Baum. Bild: AFP

Mindestens 16 Tote in Kambodscha

Den Behörden zufolge wurden in Vietnam zunächst keine Todesopfer gemeldet. In Kambodscha seien hingegen 16 Menschen im Hochwasser ertrunken, teilte der Katastrophenschutz mit.

Die Gefahr für die Menschen in den betroffenen Regionen ist noch nicht gebannt: Meteorologen rechneten weiter mit schweren Niederschlägen und warnten vor Sturzfluten und Erdrutschen.

UNESCO-Weltkulturerbe unter Wasser

Besonders von "Noru" betroffen waren die Großstadt Da Nang sowie die Küstenprovinzen Thua Thien-Hue, Quang Nam and Quang Ngai in Vietnam. Der bei Touristen aus aller Welt beliebte Ort Hoi An, dessen malerische Altstadt seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, stand größtenteils unter Wasser.

Einst war Hoi An einer der wichtigsten Häfen an der alten Seidenstraße. Bis heute zeugen viele historische Gebäude von dieser Zeit. Wie schwer die Schäden sind, ist noch unklar.

"Noru" wütete weniger stark als befürchtet

"Noru" war zuvor über die Philippinen gezogen und dort zeitweise als "Supertaifun" eingestuft worden. Die Böen erreichten in dem Inselstaat Spitzengeschwindigkeiten von 240 Kilometern pro Stunde. Mindestens acht Menschen starben.

Später schwächte sich der Taifun ab: In Vietnam betrug die Windgeschwindigkeit laut der nationalen Meteorologiebehörde bis zu 133 Kilometer pro Stunde, als der Sturm auf die Küste traf. Danach sanken die Spitzengeschwindigkeiten auf 117 km/h ab.

Behörden trafen Vorbereitungen

Meteorologen hatten gewarnt, der Taifun sei einer der stärksten, die das südostasiatische Land je getroffen haben. Darum hatten die Behörden vorsorglich Hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht und zehn Flughäfen geschlossen. Die nationale Fluggesellschaft Vietnam Airlines strich 148 Flüge, betroffen waren 14.000 Passagiere. Zudem wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Auch wurden Zehntausende Fischer im Vorfeld an Land beordert.

Hintergrund: Beim Sturm "Chanchu", einem der schlimmsten Taifune der vergangenen Jahrzehnte, waren 2006 rund 20 Fischer tot aus dem Ozean geborgen worden. Mehr als 200 wurden nie gefunden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. September 2022 um 12:24 Uhr.