Sturzflut Indonesien, Insel Flores | AP

Extremwetter in Indonesien Viele Tote nach Sturzfluten und Erdrutschen

Stand: 04.04.2021 13:58 Uhr

Heftige Regenfälle im Osten Indonesiens haben Erdrutsche und Überschwemmungen ausgelöst. Mindestens 44 Menschen sind tot, viele vermisst, tausende obdachlos. Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig.

Auf den ostindonesischen Inseln Flores und Adonara sind nach heftigen Regenfällen mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen. Der Regen löste in der Nacht zum Sonntag Erdrutsche und Sturzfluten aus. Allein im Dorf Lamenele in der Provinz Ost-Nusa Tenggara sind nach Angaben der indonesischen Katastrophenschutzbehörde rund 50 Häuser von Schlamm begraben worden und 38 Menschen umgekommen. In Waiburak rissen die Wassermassen demnach außerdem Gebäude mit und brachten eine Brücke zum Einsturz.

Weitere Todesfälle meldete die Katastrophenschutzbehörde durch Überschwemmungen in der Stadt Bima in der Provinz West-Nusa Tenggara. Dort seien fast 10.000 Häuser überflutet worden, Tausende sind den Angaben zufolge jetzt obdachlos. Auch im benachbarten Inselstaat Osttimor, auch bekannt als Demokratische Republik Timor-Leste, melden die Behörden schwere Schäden und mindestens elf Tote. In der Hauptstadt Dili war der Fluss Comoro über die Ufer getreten, er riss etliche Gebäude mit sich.

Flut Osttimor | EPA

Auch in Indonesiens Nachbar-Inselstaat Osttimor haben die heftigen Regenfälle schwere Schäden angerichtet. In der Hauptstadt Dili betrachten die Menschen eine zerstörte Straße. Bild: EPA

Schwierige Rettungsarbeiten

Die Rettungsarbeiten gestalten sich offenbar teilweise schwierig, weil die Insel Flores nur über das Meer erreichbar ist, die Schiffsverbindungen aber wegen schwerer See eingestellt werden mussten. Und die Gefahr ist noch nicht gebannt: Meteorologen sagen für Teile der südostasiatischen Inseln auch in den nächsten Tagen extreme Wetterlagen mit starkem Regen voraus.

In Indonesien kommt es in der Regenzeit zwischen Oktober und April häufig zu heftigen Niederschlägen, Überflutungen und Erdrutschen. Erst im Januar waren bei Sturzfluten in der Stadt Sumedang auf der Insel Java 40 Menschen gestorben. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde leben etwa 125 Millionen Indonesier in erdrutschgefährdeten Gebieten. Dies entspricht fast der Hälfte der Bevölkerung des Inselstaats.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. April 2021 um 13:02 Uhr.