Blick auf die Honiara, Hauptstadt der Salomonen. | AP

Pazifischer Feuerring Schweres Erdbeben nahe den Salomonen

Stand: 22.11.2022 10:30 Uhr

Nahe der Südsee-Inselgruppe der Salomonen hat es ein schweres Erdbeben gegeben. Eine erste Tsunami-Warnung wurde später aufgehoben. Berichte über größere Schäden oder Verletzte gab es bislang nicht.

In der Nähe der Inselgruppe der Salomonen im Südpazifik hat es ein schweres Erdbeben gegeben. Die US-Erdbebenwarte bezifferte die Stärke auf 7,0, andere Mess-Stationen auf 7,3. Das Tsunami-Warnsystem in den USA löste zunächst Alarm vor einer möglichen Flutwelle im Umkreis von 300 Kilometern heraus. Später stufte das Pacific Tsunami Warning Center die Warnung herab.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Zentrum des Bebens im Ozean etwa 56 Kilometer südwestlich von Honiara, der Hauptstadt der Salomonen, in einer Tiefe von 13 Kilometern.

Berichte über größere Schäden oder Verletzte in dem Land mit etwa 700.000 Einwohnern gab es zunächst nicht. Der australische Premierminister Anthony Albanese erklärte jedoch, das Dach des Hochkommissariats seines Landes in der Hauptstadt Honiara sei eingestürzt.

Sprecher: Gewisse Panik in der Stadt

George Herming, Sprecher der Regierung der Salomonen, sagte, größere Schäden an Gebäuden gebe es nicht. Auf den Salomonen gebe es keine großen Hochhäuser, die im Falle eines Erdbebens anfällig sein könnten, erklärte der Sprecher. Es habe eine gewisse Panik in der Stadt gegeben. Dies habe zu Verkehrsstaus geführt, weil Menschen versucht hätten, mit dem Auto in höher gelegene Gebiete zu gelangen.

Reporter: Beben dauerte etwa 20 Sekunden

Der australische Regierungschef Albanese sagte, alle Mitarbeiter des Hochkommissariats seien in Sicherheit. "Es gibt keine bekannten Verletzungen, aber das Dach des Hochkommissariats ist eingestürzt, was auf wahrscheinliche Schäden in der ganzen Stadt hindeuten würde, sagte er im australischen Parlament. Die Mitarbeiter seien nach der Veröffentlichung der Tsunami-Warnung auf höher gelegenes Terrain evakuiert worden.

Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP aus der Hauptstadt Honiara berichtete, dauerte das Beben etwa 20 Sekunden. In Teilen der Stadt sei der Strom ausgefallen, Menschen flohen in höhergelegene Gebiete.

Die Salomonen liegen auf der geologisch aktivsten Zone der Erde, dem Pazifischen Feuerring.

Viele Tote bei Beben in Indonesien

Erst am Montag waren bei einem Erdbeben der Stärke 5,6 und anschließenden Erdrutschen auf der indonesischen Insel Java mindestens 162 Menschen ums Leben gekommen. Laut dem Gouverneur von West-Java waren die meisten Opfer Schulkinder gewesen. Auch Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring.

Die Behörden erklärten zudem, es gebe mindestens 326 Verletzte und 13.000 Menschen seien derzeit ohne Zuhause. Sie seien in Notunterkünfte gebracht worden. Dem Katastrophenschutz zufolge wurden mehr als 2200 Häuser zerstört.

Viele Opfer von Trümmerteilen erschlagen

Der Gemeindechef der am stärksten betroffenen Stadt Cianjur, Herman Suherman, erklärte in einem örtlichen Fernsehsender, einige Gebiete seien wegen Erdrutschen nicht erreichbar. Viele Verletzte könnten zudem nicht behandelt werden, da nicht ausreichend Personal zur Verfügung stehe. Die Behörden berichteten zudem von einem Zusammenbruch der Stromversorgung und der Kommunikation.

Dutzende Gebäude wurden den Angaben zufolge beschädigt, darunter auch ein islamisches Internat und ein Krankenhaus. Rettungskräfte behandelten Verletzte vor großen Krankenhäusern auf Terrassen und Parkplätzen. Rettungskräfte und Zivilisten suchten nach möglicherweise unter den Trümmern eingeschlossenen Menschen. Viele der Opfer seien von Gebäudeteilen ihrer einstürzenden Häuser erschlagen worden, sagte der Leiter des Nationalen Katastrophenschutzes.

Karte: Erdbeben in Indonesien nahe Cianjur

Epizentrum lag südwestlich von Cianjur

Das Beben ereignete sich am Montagmittag (Ortszeit) in der Nähe der Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java. Das Epizentrum befand sich einige Kilometer südwestlich von Cianjur. Hier gab es auch die größten Schäden.

In der gut 100 Kilometer vom Epizentrum entfernten Hauptstadt Jakarta war das Beben deutlich zu spüren. Hochhäuser schwankten, jedoch wurden in der Metropole keine schwereren Schäden gemeldet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. November 2022 um 07:00 Uhr.