Vladimir Putin | EPA

Moskau empört über Biden "Beziehungen auf absolutem Tiefpunkt"

Stand: 18.03.2021 13:14 Uhr

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland hätten sich "irreversibel verschlechtert": Moskau reagiert empört auf Äußerungen von Präsident Biden über Präsident Putin - und droht mit Konsequenzen.

Von Karla Engelhard, ARD-Studio Moskau

Der russische Botschafter Anatoli Antonow wurde umgehend von Washington nach Moskau zitiert. Zu Konsultationen - vor allem um die Frage zu beantworten, wie eine "irreversible Verschlechterung" der Beziehungen zwischen den USA und Russland verhindert werde könne, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Karla Engelhard ARD-Studio Moskau

Anlass war ein Fernsehinterview von US-Präsident Joe Biden. Er wurde gefragt, ob er der Ansicht sei, dass Russlands Präsident Wladimir Putin ein Mörder sei, worauf er antwortete: "Das tue ich."

"Rüpelhafte Aussagen"

Die Empörung darüber ist in Russland groß. Der Schaden auch, wie Konstantin Kossatschew, Chef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Parlament, erklärte: "Die Beziehungen zwischen den USA und Russland befinden sich auf dem absoluten Tiefpunkt seit den letzten 30 Jahren. Die gestrigen rüpelhaften Aussagen von Herrn Biden im Interview erinnern an eine Situation, wo man meint, schlimmer könnte es nicht mehr kommen, doch es kam schlimmer."

Biden drohte außerdem damit, dass Putin dafür "bezahlen" werde, dass er seine Präsidentschaftskandidatur 2020 zu untergraben versucht habe.

Russland weist alle Vorwürfe zurück

Diese Vorwürfe seien völlig gegenstandslos und unbegründet, so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. "Diese Linie schadet den ohnehin kranken russisch-amerikanischen Beziehungen", sagte Peskow. Und "eine solche Linie hat auch nichts mit dem politischen Willen zur Normalisierung der Beziehungen zu tun. Natürlich sind wir gezwungen , alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um die Folgen von Sanktionen gegen uns einzudämmen und die Interessen unseres Landes maximal zu verteidigen."

 Lagebesprechung in Moskau

Mit Verweis auf die Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok wollen die USA bereits in dieser Woche den Export sensibler Sicherheits-Technologien nach Russland weiter einschränken. In Moskau wird derzeit die Lage analysiert und nach adäquaten Gegenmaßnahmen gesucht, auch im Gespräch mit dem russischen Botschafter, der aus Washington zurückbeordert wurde.

Maria Sacharowa, Sprecherin des Außenministeriums, meinte: "Wir wollen die bilateralen Beziehungen zusammenfassen und wir müssen verstehen, wie sich diese Beziehungen weiterentwickeln können, nach all dem, was passiert ist (…) . Die Gespräche und Beratungen werden nicht nur im Außenministerium stattfinden, sondern auch in anderen Behörden, und es wird so lange dauern, bis wir fertig sind (...) ."

Doch egal, wie lange es dauert: All dies wird nicht folgenlos bleiben.

Über dieses Thema berichtete mdr Aktuell am 18. März 2021 um 16:18 Uhr.