Ein Blick auf die Residenz am Schwarzen Meer, die laut dem Enthüllungsvideo von Alexej Nawalnys Antikorruptionsfonds Wladimir Putin gehören soll. | AP

Nach Vorwürfen Nawalnys Putin streitet Palast-Besitz ab

Stand: 25.01.2021 14:30 Uhr

Ein eigener Palast am Meer mit Casino und Eisbahn? Der gehöre ihm nicht, sagt der russische Präsident Putin und weist so Vorwürfe von Nawalny zurück. Dessen Unterstützer rufen zu neuen Demonstrationen auf.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Recherchen zu seinem angeblichen Luxus-Palast an der Schwarzmeerküste zurückgewiesen. "Nichts von dem, was hier als mein Besitz aufgeführt wird, gehört mir oder meinen engen Verwandten, und das hat es auch niemals", sagte er während eines Video-Gesprächs mit Studenten.

Die Recherchen über das Anwesen hatte das Team des inhaftieren Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in der vergangenen Woche per Video veröffentlicht. Das durch Bestechungsgelder finanzierte Anwesen soll demnach 39 Mal so groß sein wie Monaco und über ein Casino, eine Eisbahn und Weinberge verfügen.

Wladimir Putin während einer Videokonferenz mit Studierenden | dpa

Während einer Videokonferenz wies Putin die Vorwürfe zurück. Bild: dpa

Etwa 7000 Hektar Land rund um den Palast seien im Besitz des Inlandsgeheimdienstes FSB, heißt es in dem Video. Der eigentliche Besitzer der Luxusvilla sei aber Putin.

Bereits mehrfach Videos über Russlands Elite veröffentlicht

Nawalny und sein Team haben bereits mehrfach Videos über die Korruption und das Luxusleben der russischen Elite veröffentlicht.

2017 machten sie einen Film publik, in dem sie dem damaligen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew großangelegte Korruption vorwarfen. Die Enthüllungen lösten Massenproteste aus.

Neue Demonstrationen angekündigt

Auch nun werden die Demonstrationen fortgesetzt. Trotz der Festnahme Tausender Menschen bei regierungskritischen Demonstrationen am Wochenende lässt die russische Opposition nicht locker: Verbündete des inhaftierten Nawalny haben für Sonntag zu erneuten Demonstrationen aufgerufen.

An den Protesten am Samstag hatten sich Zehntausende Menschen in mehr als 100 russischen Städten beteiligt. Die Menschen forderten die Freilassung Nawalnys und hielten Plakate mit Aufschriften wie "Putin ist ein Dieb" in die Höhe.

Teilnehmer des Nawalny-Protests in Moskau | AFP

Zehntausende forderten am Wochenende auf Demonstrationen die Freilassung Nawalnys - wie hier in Moskau. Bild: AFP

Seit rund einer Woche befindet sich Nawalny in einem Hochsicherheitsgefängnis in Moskau. Er war in der russischen Hauptstadt unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Deutschland festgenommen worden, wo er nach einem Giftanschlag im August behandelt worden war.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. Januar 2021 um 14:17 Uhr.