Menschen in der pakistanischen Provinz Balutschistan suchen in ihren zerstörten Häusern nach ihren Habseligkeiten. | AFP

Unwetter in Pakistan Seit Juni Hunderte Opfer durch Überflutungen

Stand: 22.08.2022 19:30 Uhr

Südasien leidet derzeit unter ungewöhnlich starken Regenfällen. Allein in Pakistan kamen seit Beginn der Regenzeit bereits fast 800 Menschen durch Überschwemmungen ums Leben. Tausende sind derzeit vom Rest des Landes abgeschnitten.

Sturzfluten, ausgelöst durch ungewöhnlich heftigen Monsunregen, haben in Pakistan seit Juni fast 800 Menschen das Leben gekostet. Allein im August seien es bisher etwa 300 Tote gewesen, teilte die Katastrophenschutzbehörde mit. Wolkenbrüche und Überschwemmungen hätten seit dem 14. Juni rund 1,8 Millionen Menschen betroffen. Das Militär versucht, Menschen mit Booten und Hubschraubern aus ihren überfluteten Dörfern zu retten.

Die Wassermassen spülten den Angaben zufolge landesweit knapp 60.000 Häuser fort, unterbrachen Straßen und beschädigten Brücken. Retter haben es daher noch schwerer, Betroffenen zu Hilfe zu kommen. Mehr als 317.000 Menschen lebten immer noch in Notlagern.

Die Behörden wollen in abgelegenen Regionen der besonders stark betroffenen Provinzen zusätzliche Unterkünfte und medizinische Versorgung einrichten. Sie erklärten, sie hätten weitere Nahrung, Zelte und andere wichtige Güter in fast alle Flutgebiete gebracht. Im Internet kursierten jedoch Videos, die zeigten, dass offenbar immer noch viele Menschen auf Hilfe warten.

Schulen in Balutschistan geschlossen

Die südwestliche Provinz Balutschistan etwa ist derzeit vom Rest des Landes abgeschnitten, weil Wassermassen Gleise und Straßen überschwemmt haben sowie Brücken zerstört haben. Auch in der angrenzenden Provinz Sindh ist der Zugverkehr lahmgelegt.

Die Behörden in Balutschistan ordneten die Schließung aller Schulen für eine Woche an. "Wir erwarten in den kommenden Tagen noch mehr Regen und Überschwemmungen", begründete ein Sprecher der Provinzbehörde die Maßnahme.

Der Monsunregen in Pakistan dauert normalerweise bis September, in diesem Jahr ist er ungewöhnlich stark. Weil Naturkatastrophen wie Dürren, Hitzewellen oder Fluten in Pakistan auf dem Vormarsch sind, warnte Klimaschutzministerin Sherry Rehman bereits vor einer "existenziellen Krise" ihres Landes.

Auch Indien stark betroffen

Auch in den Nachbarländern Indien und Afghanistan starben in den vergangenen Tagen bei Sturzfluten im Zusammenhang mit heftigen Regenfällen zahlreiche Menschen. Für die kommenden Tage wird in einigen Gebieten weiterer Regen erwartet, wie der indische Wetterdienst mitteilte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. August 2022 um 23:59 Uhr.