Karte von Indien mit der Stadt Katra in der Region Jammu.

Kaschmir Mindestens zwölf Tote bei Massenpanik

Stand: 01.01.2022 11:46 Uhr

Tausende Gläubige waren gekommen, um am Neujahrstag im hinduistischen Heiligtum Mata Vaishnav Devi nahe der Stadt Jammu zu beten. Aus noch ungeklärten Gründen brach eine Massenpanik aus. Mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben.

Bei einer Massenpanik in einem hinduistischen Tempel in dem von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs sind mehrere Menschen gestorben. Wie ein hochrangiger Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur AFP sagte, kamen "mindestens zwölf Menschen ums Leben und dreizehn wurden verletzt". Die Zahl der Toten könnte aber noch steigen.

Nach Angaben eines Beamten des Katastrophenschutzes ereignete sich die Massenpanik gegen 2.45 Uhr morgens. Die Gläubigen strömten den Behördenangaben zufolge zum traditionellen Neujahrsbesuch zu dem hinduistischen Heiligtum Mata Vaishno Devi, um dort zu beten. Der Tempel gehört zu den wichtigsten Gebetsorten der Hindus in Nordindien und wird täglich von Zehntausenden Gläubigen besucht. Er liegt in den Katra-Bergen, etwa 30 Kilometer von der Stadt Jammu entfernt.

Regierung ordnet Untersuchung an

Indiens Premierminister Narendra Modi sprach den Hinterbliebenen der Toten auf Twitter sein Beileid aus. Er sei "extrem traurig über den Verlust von Menschenleben", schrieb Modi auf der Internetplattform. Die Ursache der Massenpanik ist unklar. Die Regierung ordnete eine "hochrangige Untersuchung" des Vorfalls an.

In einigen Medienberichten wurden Zeugen zitiert, die angaben, dass die zulässige Höchstzahl an Besuchern von 25.000 Menschen überschritten worden sei. Demnach hätten große Gruppen ohne Erlaubnis sich Zutritt zum Tempel verschafft. Anderen Berichten zufolge war ein Streit zwischen Gläubigen ausgebrochen. Nach der Panik waren sofort Rettungskräfte im Einsatz. Die Verletzten - von denen einige Berichten zufolge in einem ernsten Zustand waren - wurden in Krankenhäuser gebracht, wie auf Videoaufnahmen im Internet zu sehen war.

Kaum Sicherheitsmaßnahmen bei religiösen Festen

Massenpaniken sind bei religiösen Festen in Indien keine Seltenheit, da sich große Menschenmengen auf engem Raum versammeln und es kaum Sicherheitsmaßnahmen gibt. Bei einem solchen Zwischenfall kamen 2013 im Unionsstaat Madhya Pradesh mindestens 115 Menschen ums Leben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. Januar 2022 um 10:00 Uhr.