Sergej Lawrow | dpa

Lawrow in China Rückendeckung aus Peking

Stand: 30.03.2022 13:23 Uhr

China ist eines der letzten Länder, das trotz des Angriffskrieges noch zu Russland hält. Beim Besuch in Peking betonte Außenminister Lawrow die guten Beziehungen - auch wenn der Grund des Treffens eigentlich ein anderer war.

Russland und China rücken inmitten des Kriegs in der Ukraine näher zusammen. Erstmals seit Beginn der Invasion traf der russische Außenminister Sergej Lawrow in Tunxi in der südostchinesischen Provinz Anhui persönlich mit seinem Amtskollegen Wang Yi zusammen, der ihn als "alten Freund" willkommen hieß.

"Strategische Partnerschaft"

In einer gemeinsamen Erklärung zum Abschluss ihrer Gespräche vereinbarten Lawrow und Wang Yi den Ausbau ihrer "strategischen Partnerschaft" in einer "schwierigen internationalen Situation", wie das Außenministerium in Moskau mitteilte. Zudem wollten sie sich außenpolitisch enger abstimmen und in internationalen Angelegenheiten mit einer gemeinsamen Position auftreten. "Wir werden uns gemeinsam mit Ihnen und anderen Gleichgesinnten auf eine multipolare, gerechte und demokratische Weltordnung zubewegen", erklärte Lawrow.

Das bereits zweite Gespräch der Minister in diesem Jahr "unterstreicht die Intensität und den vertrauten Charakter des bilateralen regelmäßigen Dialogs". "Wir haben die besten Beziehungen zu China in der ganzen Geschichte seit ihrem Bestehen", hatte Lawrow vor der Visite nach Angaben seines Ministeriums in einem Interview hervorgehoben. Zuletzt hatte der Außenminister auch immer wieder betont, dass Russland ungeachtet der Sanktionen des Westens wegen des Krieges in der Ukraine international nicht isoliert sei. Auch andere wichtige Partner wie die Türkei und Indien tragen die Sanktionen des Westens gegen Russland nicht mit.

Wang lobt Beziehungen

Wang erklärte laut chinesischem Phoenix TV, es gebe "keine Grenze für die chinesisch-russische Zusammenarbeit, keine Grenze in unseren Bemühungen für den Frieden, den Erhalt der Sicherheit und gegen die Hegemonie". China gibt seinem geostrategischen Partner Russland im Ukraine-Konflikt politisch Rückendeckung und weigert sich bis heute, die Invasion zu verurteilen. Vielmehr stellt Peking die USA und die NATO als Hauptschuldige der Krise dar.

Gespräche auch mit USA - über Afghanistan

Offizieller Anlass der Begegnung sind zweitägige Gespräche über die Entwicklung in Afghanistan auf Einladung Chinas, an denen auch Vertreter der USA, der Nachbarstaaten und der seit August herrschenden Taliban-Regierung teilnehmen.

Mit Blick auf Afghanistan stand ein erweitertes Troika-Treffen auf dem Programm, zu dem China neben Russland und den USA zusätzlich auch Pakistan eingeladen hat. Von US-Seite soll der US-Sondergesandte für Afghanistan, Tom West, teilnehmen. Das Forum der erweiterten Troika bezeichnete ein US-Außenamtssprecher als konstruktiv. "Es ist entscheidend, dass die internationale Gemeinschaft in ihrer Haltung gegenüber Afghanistan einig bleibt."

Auch Gespräche mit Taliban

Die USA lägen auf einer Linie mit den anderen Mitgliedern, wenn es um die Notwendigkeit gehe, dass in Kabul eine "wahrlich inklusive Regierung" geschaffen werden müsse. Auch müssten die Taliban ihre Zusagen im Kampf gegen Terrorismus einhalten und das Land wiederaufbauen, um das Leiden der Menschen zu lindern. Außerdem gibt es ein Treffen der Außenminister der Nachbarstaaten, die auch mit der Taliban-Regierung zusammenkommen werden. Teilnehmerländer sind auch der Iran, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. März 2022 um 16:00 Uhr.