Karte von Saudi-Arabien und Jemen mit den Städten Sanaa, Riad und Marib

Vor der Küste des Jemen Boot mit bis zu 200 Flüchtlingen gekentert

Stand: 14.06.2021 18:24 Uhr

Vor der Küste des Jemen haben Fischer mehrere Leichen geborgen. Nach Behördenangaben war zuvor ein Boot mit bis zu 200 Migranten an Bord gekentert. Bei den Ertrunkenen handelt es sich mutmaßlich um afrikanische Migranten.

Vor der Küste des Jemen ist ein Boot mit Migranten an Bord gekentert. Wie ein Behördensprecher unter Berufung auf jemenitische Schlepper sagte, sei das Boot schon vor zwei Tagen gekentert und hatte zwischen 160 und 200 Menschen an Bord. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen bestätigte den Untergang eines Bootes in dem Gebiet, konnte aber zunächst keine näheren Angaben machen

Laut der Nachrichtenagentur AFP haben Fischer bisher 25 Leichen geborgen. Die Toten wurden demnach in der Meerenge Bab al-Mandab entdeckt, die zwischen dem nordostafrikanischen Dschibuti und dem Jemen liegt. Die Leichen seien dann vor Ras al-Ara in der südlichen Provinz Lahidsch geborgen worden, sagten die Fischer. Das Schicksal der anderen Bootsinsassen war zunächst unklar. Das Gebiet wird von Einheimischen wegen der dort sehr aktiven Schlepperbanden "Tor zur Hölle" genannt.

Jemen: Transitland in die Golfstaaten

Bei den Ertrunkenen handelt es sich nach Angaben von Vertretern der Vereinten Nationen mutmaßlich um afrikanische Migranten. Der Jemen ist trotz des seit sechs Jahren herrschenden Krieges und verheerender Armut Ziel vieler Migranten aus anderen afrikanischen Ländern, die auf der Suche nach Arbeit auf der arabischen Halbinsel sind. Sie hoffen, von dort nach Saudi-Arabien oder in die anderen Golfstaaten zu gelangen. Viele Migranten stranden jedoch im Jemen.

Nach Angaben der IOM trafen in diesem Jahr bislang 5100 Migranten im Jemen ein. 2019 waren es 127.000, im Jahr 2020 kamen 35.000 Menschen, bevor der Ausbruch der Corona-Pandemie zu einem Rückgang der Nachfrage nach Arbeitskräften in den Golfstaaten führte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Juni 2021 um 20:00 Uhr.