Iranische Revolutionsgarden | dpa

Iranische Revolutionsgarden Oberst bei Anschlag getötet

Stand: 23.05.2022 10:21 Uhr

Im Iran soll ein Oberst der Revolutionsgarden bei einem Mordanschlag getötet worden sein. Zwei Unbekannte hätten von einem Motorrad aus das Feuer auf den Mann eröffnet, berichten die Revolutionsgarden.

In Teheran ist ein ranghohes Mitglied der Revolutionsgarden vor seinem Haus erschossen worden. Oberst Sajjad Chodai sei bei einem bewaffneten Angriff von zwei Motorradfahrern auf einer Straße in der iranischen Hauptstadt getötet worden, teilten die Revolutionsgarden auf ihrer Webseite mit. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Irna wurde Chodai durch fünf Kugeln getötet, als er nach Hause zurückkehrte.

Die Revolutionsgarden machten für die "terroristische" Tat "Elemente mit Verbindungen zur globalen Arroganz" verantwortlich - ein Verweis auf die USA und ihre Verbündeten, darunter Israel. Der Iran kündigte Vergeltung an. "Ich bestehe auf der ernsthaften Verfolgung (der Mörder) durch die Sicherheitsbehörden", sagte Präsident Ebrahim Raisi. Er habe "keinen Zweifel daran, dass das Blut dieses großen Märtyrers gerächt wird".

Chodai sei ein "Verteidiger des Heiligtums" gewesen, erklärten die Revolutionsgarden. Diese Bezeichnung wird für Iraner verwendet, die im staatlichen Auftrag in Syrien oder im Irak aktiv sind. Das staatliche iranische Fernsehen erklärte, Chodai sei in Syrien "bekannt" gewesen, ohne nähere Angaben zu machen. Der Iran ist ein wichtiger Verbündeter von Machthaber Baschar al-Assad im syrischen Bürgerkrieg. 

Israel gilt seit 1979 als Todfeind

Wenige Stunden vor dem Angriff auf Chodai hatten die Revolutionsgarden mitgeteilt, dass sie eine Gruppe von "Verbrechern mit Verbindungen zum Geheimdienst des zionistischen Regimes (Israel)" festgenommen hätten. Sie seien in eine Reihe von Verbrechen verwickelt gewesen, darunter "Überfälle, Entführungen und Vandalismus".  Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten, das für den Geheimdienst Mossad zuständig ist, lehnte eine Stellungnahme zu den Ereignissen in Teheran ab.

Der Anschlag erinnert an Attentate auf iranische Atomwissenschaftler im November 2020, die ebenfalls von Motorräder aus begangen wurden. Im Iran wurde Israel für diese Angriffe verantwortlich gemacht. Israel gilt seit der islamischen Revolution 1979 als Irans Erzfeind. Immer wieder gibt es Berichte über Festnahmen, Verhaftungen und auch Hinrichtungen mutmaßlicher Agenten, denen Kooperation mit dem Mossad oder dem US-Auslandsgeheimdienst CIA vorgeworfen wird. Die iranischen Angaben lassen sich in der Regel nicht unabhängig überprüfen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell im Hörfunk am 22. Mai 2022 um 22:38 Uhr.