Eine Spritze wird mit Impfstoff vor den Logos von Pfizer und BioNTech aufgeziogen.

BioNTech/Pfizer in den USA Kinder ab zwölf Jahren sollen geimpft werden

Stand: 10.04.2021 11:26 Uhr

Die Hersteller BioNTech und Pfizer haben in den USA die Notfallzulassung ihres Vakzins für Kinder ab zwölf Jahren beantragt. Niedersachsens Ministerpräsident Weil drängt darauf, die Impfstoff-Versorgung von Jugendlichen abzusichern.

In den USA ist nach Angaben der Regierung bereits etwa ein Viertel aller Erwachsenen mindestens mit einer Dosis gegen das Coronavirus geimpft worden. Doch noch fehlt ein Vakzin, das auch bei Kindern eingesetzt werden kann. Nun haben die kooperierenden Hersteller BioNTech und Pfizer eine Notfallzulassung beantragt, damit ihr Wirkstoff auch Kindern ab zwölf Jahren verabreicht wird.

Nach Angaben der Konzerne wurde ein entsprechender Antrag bei der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) eingereicht. Für den Impfstoff von BioNTech und Pfizer wurde in den USA schon eine Notfallzulassung erteilt, allerdings bisher nur für den Einsatz bei Personen ab 16 Jahren.

Studie belegt laut Konzernen 100-prozentige Wirksamkeit

Eine klinische Studie der beiden Hersteller habe aber gezeigt, dass der gemeinsam entwickelte Impfstoff auch bei den Probanden zwischen zwölf und 15 Jahren eine 100-prozentige Wirksamkeit gegen eine Corona-Erkrankung aufweise. An der Studie nahmen 2300 Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe teil. Dabei erhielten etwa 1130 von ihnen den Impfstoff, den anderen Probanden wurde ein Placebo gespritzt. In der Placebo-Gruppe traten laut BioNTech und Pfizer 18 Corona-Erkrankungen auf. In der Gruppe, die das Vakzin bekam, erkrankte keiner der Teilnehmer.

Die Impfung sei von den Kindern und Jugendlichen gut vertragen worden, hieß es von den Konzernen weiter. Die Nebenwirkungen hätten jenen entsprochen, die auch bei Personen zwischen 16 und 25 Jahren auftreten können, die mit dem Wirkstoff geimpft werden. Die Unternehmen kündigten an, dass die Gesundheit der Probanden zwischen zwölf und 15 Jahren noch zwei Jahre nach dem Erhalt der ersten Impfdosis kontrolliert werden solle.

BioNTech und Pfizer wollen für ihren Impfstoff "in den kommenden Tagen" auch in anderen Ländern eine Notfallzulassung für den Einsatz bei jüngeren Altersgruppen beantragen.

Weil drängt auf sichere Versorgung mit Impfstoffen

In Deutschland ist der Wirkstoff der beiden Hersteller ebenfalls für Personen ab 16 Jahren zugelassen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil betonte, die Bundesregierung müsse die Versorgung mit Impfstoffen für Kinder und Jugendliche rechtzeitig absichern. "Es gibt Ankündigungen von Herstellern, dass bereits im Herbst erste Impfstoffe für unter 16-Jährige zugelassen werden könnten", sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Solche Impfstoffe müsse sich der Bund über die EU sichern, "damit wir nicht erneut erleben, dass wir zu spät und zu wenig bestellt haben". Weil mahnte, dass es auch bei Kindern und Jugendlichen viele Jungen und Mädchen gebe, die durch Vorerkrankungen besonders gefährdet seien.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. April 2021 um 09:00 Uhr.