Eine blockierte Straße in Xi'an in der nordchinesischen Provinz Shaanxi. | AFP

Lockdown in Xi’an Produktion deutscher Firmen eingeschränkt

Stand: 31.12.2021 15:02 Uhr

Die nordchinesische Metropole Xi'an ist nach einem größeren Corona-Ausbruch seit mehr als einer Woche im harten Lockdown. Auch deutsche Firmen spüren das. Die Produktion stockt.

Von Eva Lamby-Schmitt, ARD-Studio Shanghai

Die Millionen-Stadt Xi'an scheint quasi leer. Auf Online-Videos ist zu sehen, wie Lastwagen und Menschen in Schutzanzügen auf den Straßen eine Flüssigkeit versprühen, die die Stadt desinfizieren soll. Die 13 Millionen Bewohner der Metropolregion dürfen ihre Wohnungen ohne Genehmigung der Behörden nicht verlassen.

Eva Lamby-Schmitt ARD-Studio Shanghai

Unternehmen haben in ihren Fabriken zum Teil Feldbetten für ihre Mitarbeiter aufgestellt, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Auch die 20 deutschen Unternehmen in der Stadt, darunter Bosch und Siemens, sind vom Lockdown betroffen.

Nicht jeder wohnt nahe der Fabrik

Jens Hildebrandt von der Deutschen Auslandshandelskammer in Peking erklärt die Situation: "Sie müssen sich vorstellen, die Mitarbeiter wohnen ja auch nicht alle in der Nähe der Fabrik und es kann nicht sichergestellt werden, dass die immer wieder reinkommen können. Deswegen ist es ein logistisch ziemlich aufwändiger Akt - deswegen einfach Feldbetten, damit die Produktion aufrechterhalten werden kann."

Aber auch das sei nur eine Notlösung. Die Produktion ist eingeschränkt. Besonders schwierig sei es, so Hildebrandt, dass für die Produktion notwendige Teile nicht geliefert werden können. "Das ist ein großes Problem, die Logistik ist im Moment schwierig. Lkw rein und raus zu kriegen aus Xi'an, ist sehr kompliziert. Von daher ist die Auswirkung auf die Lieferkette bei den deutschen Unternehmen auf jeden Fall zu spüren."

Wichtiger Standort für Halbleiterindustrie

Xi'an ist außerdem ein wichtiger Standort für die Halbleiterindustrie. Samsung stellt hier spezielle Chips für Smartphones her und schränkt seine Produktion wegen des Lockdowns ein. Auch der US-Chiphersteller Micron warnt vor Unterbrechungen der Produktion.

"Die Halbleiter-Krise, die zieht sich ja schon eine Weile, und wird durch solche Vorfälle halt noch mal verschärft. Gerade die deutsche Automobilindustrie ist auf Halbleiter angewiesen, von daher wird das eine Art Down-Effekt haben, den auch die deutsche Wirtschaft am Ende irgendwie spüren wird. Aber die deutsche Unternehmen vor Ort sind jetzt nicht angewiesen auf die Samsung-Halbleiter zum Beispiel", sagt Hildebrandt.

Er glaubt allerdings nicht, dass der Lockdown in Xi'an genauso große wirtschaftliche Auswirkungen haben wird wie der Lockdown zu Beginn der Pandemie in Wuhan.

Lockdown meist zwei bis vier Wochen

Sowohl die Behörden als auch die Unternehmen in China hätten in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie dazugelernt und sich auf solche Situationen eingestellt.

Wann der Lockdown endet, ist noch nicht absehbar. Nach den Erfahrungen der Deutschen Auslandshandelskammer hat es bei den Lockdowns bisher immer etwa zwei bis vier Wochen gedauert, bis die Unternehmen wieder den Betrieb aufnehmen konnten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Dezember 2021 um 13:21 Uhr.