Ein Arbeiter reinigt die Betten in einem temporären Corona-Krankenhaus in Mumbai (Indien). | dpa

Coronavirus in Indien 200.739 Neuinfektionen an einem Tag

Stand: 15.04.2021 15:18 Uhr

Mit mehr als 200.000 Fällen binnen 24 Stunden hat Indien einen neuen Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Die neu entdeckte Virusmutation B.1.617 breitet sich offenbar rasant schnell aus.

In Indien spitzt sich die Corona-Lage weiter zu. Das Gesundheitsministerium meldete 200.739 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - das siebte Rekordhoch binnen acht Tagen. Damit verdoppelte sich die Zahl der täglichen neuen registrierten Corona-Fälle im Verlauf von zehn Tagen. Die Dunkelziffer dürfte laut Experten noch deutlich höher liegen.

Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land stieg auf über 14 Millionen. Indien liegt jetzt in absoluten Zahlen weltweit an zweiter Stelle hinter den USA. Die Zahl der Corona-Toten erhöhte sich auf über 173.000.

Sauerstoff wird mancherorts knapp

Als Reaktion auf die rasant steigenden Zahlen kündigte die Hauptstadt Neu-Delhi Ausgangssperren für das kommende Wochenende an. Auch andere Teile des Landes haben bereits Ausgangsbeschränkungen und Lockdowns erlassen. Hotels und Festsäle sollen zu Behandlungszentren für weniger schwer Erkrankte umgewandelt werden.

In Mumbai, Delhi und anderen Städten werden inzwischen Krankenhausbetten, medizinischer Sauerstoff und Medikamente knapp.

Doppel-Mutante B.1.617 gilt als weit ansteckender

Sorge bereitet das Auftreten einer neuen Virusmutation: Die B.1.617-Variante ist in dem stark betroffenen Bundesstaat Maharashtra bereits für über 60 Prozent der neuen Corona-Erkrankungen verantwortlich. Die erstmals Anfang des Jahres in Indien aufgetauchte Variante hat eine doppelte Mutation. Die Kombination der britischen Mutante mit der südafrikanischen gilt als weit ansteckender als der Virus-Wildtyp.

Krankenhäuser in Neu-Delhi berichten, dass inzwischen auch die Anzahl der behandelten Kinder zunimmt. Einen starken Zuwachs gebe es in der Altersgruppe zwischen ein und fünf Jahren, zitierte die Zeitung "Indian Express" einen Kinderintensivmediziner des Sir Ganga Ram Hospitals.

Ansteckung bei religiösen Großveranstaltungen

Angesichts steigender Corona-Zahlen bereiten den Behörden neben dem muslimischen Fastenmonat Ramadan und dem hinduistischen Navratri-Fest auch andere religiöse Großveranstaltungen wie die hinduistische Kumbh Mela Sorgen, die als die größte religiöse Massenzusammenkunft der Welt gilt.

Der Virologe Shahid Jamil erklärte, die Kommunal- und Landeswahlen mit großen Wahlkampfkundgebungen sowie ein großes Hindu-Fest mit Hunderttausenden im Ganges badenden Pilgern in der nordindischen Stadt Haridwar seien sogenannte Superspreader-Events gewesen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 15. April 2021 um 13:09 Uhr.