Rettungsarbeiten in der Provinz Sichuan | VIA REUTERS

Südwesten Chinas Zahl der Toten nach Erdbeben steigt weiter

Stand: 06.09.2022 14:36 Uhr

Bei dem schweren Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan sind mindestens 66 Menschen gestorben, zahlreiche werden noch vermisst. Tausende Helfer sind im Einsatz, heftige Regenfälle könnten die Rettungsarbeiten behindern.

Nach dem schweren Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan ist die Zahl der Todesopfer Staatsmedien zufolge auf mindestens 66 gestiegen. Mehr als 200 Menschen wurden demnach verletzt, davon mehr als 50 schwer. Zudem gibt es noch mindestens zehn Vermisste.

Eine großangelegte Such- und Rettungsaktion ist angelaufen. Tausende Helfer beteiligten sich an den Bergungsarbeiten. Die Behörden mobilisierten auch Einheiten der Volksbefreiungsarmee. Mehr als 250 Häuser wurden zerstört, weitere 13.000 beschädigt. Es war auch zu Erdrutschen gekommen. Viele Straßen waren beschädigt oder blockiert. Auch wurden die Strom- und Wasserversorgung sowie Kommunikationsverbindungen unterbrochen.

Karte von China, Region Sichuan mit Chengdu

Regenfälle könnten Rettung behindern

Mehrere Nachbeben, von denen eines die Stärke 4,2 erreichte, erschreckte die Menschen. Für 35.000 Haushalte war die Kommunikation mit der Außenwelt gestört, wie die "Volkszeitung" berichtete. Mehr als 40.000 Menschen waren demnach ohne Strom. Die Bergungskräfte wurden von Transport-Hubschraubern und Drohnen zur Aufklärung aus der Luft unterstützt. Auch wurde schweres Gerät zur Räumung eingesetzt. Hilfsgüter wurden ins Erdbebengebiet gebracht.

In der Region werden in den kommenden Tagen schwere Regenfälle erwartet, was die Rettungs- und Sucharbeiten behindern könnte. Expertinnen und Experten warnen vor Gefahren an Flussläufen, die durch das Beben an mehreren Stellen aufgestaut wurden. Das Beben am Montagmittag (Ortszeit) war mit 6,8 das stärkste in der im Südwesten gelegenen Provinz seit dem Jahr 2017. Das Epizentrum lag nach Angaben des chinesischen Erdbebenzentrums bei der Stadt Luding, rund 230 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt Chengdu.

Provinz leidet unter häufigen Erdbeben

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping rief zu umfassenden Anstrengungen zur Rettung der Opfer auf. Menschen müssten umgesiedelt und aus der Gefahrenzone gebracht werden. Es müsse zudem alles getan werden, um auch die Einsatzkräfte zu schützen. Das Finanzministerium in Peking sowie die Provinzregierung stellten jeweils 50 Millionen Yuan, umgerechnet 7,23 Millionen Euro, an Soforthilfen zur Verfügung, wie Staatsmedien berichteten.

Die Provinz Sichuan ist besonders erdbebengefährdet, weil sie am Rand der Überschiebungszone der indischen Kontinentalplatte und der eurasischen Platte liegt. So war die Region unter anderem im Jahr 2008 von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,9 heimgesucht worden, bei dem mehr als 80.000 Menschen ums Leben kamen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. September 2022 um 09:03 Uhr.