Nancy Pelosi auf der Münchner Sicherheitskonferenz | AP

Peking droht Was passiert, wenn Pelosi Taiwan besucht?

Stand: 22.07.2022 10:08 Uhr

Eine Taiwan-Reise Nancy Pelosis könnte die Beziehungen zwischen China und den USA weiter verschlechtern. Peking kündigt "starke Gegenmaßnahmen" an, wenn die Demokratin die autonom regierte Insel besuche.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Ein möglicher Taiwan-Besuch Nancy Pelosis im August verärgert die chinesische Staats- und Parteiführung. Die Volksrepublik droht mit Vergeltungsmaßnahmen, sollte die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses auf die autonom regierte Insel reisen.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Der Sprecher der chinesischen Staats- und Parteiführung, Wang Wenbin, fand klare Worte: Wenn Pelosi Taiwan besuche, dann verletze dies das Ein-China-Prinzip und füge den Beziehungen zwischen China und den USA großen Schaden zu. Sollten die USA darauf bestehen, werde China starke Gegenmaßnahmen ergreifen, sagte Wang. Was er konkret damit meinte, sagte er nicht.

China droht mit Vergeltung

Auch die chinesischen Staatsmedien warnen vor dem Besuch. Hu Xijin, ehemaliger Chefredakteur des Propagandablatts "Global Times" schrieb auf dem in China gesperrten Dienst Twitter, die chinesische Luftwaffe werde auf einen Besuch der US-Demokratin reagieren. Es wird spekuliert, dass das chinesische Militär eine Landung Pelosis auf der Insel verhindern könnte. Eine solche Konfrontation wäre eine massive Eskalation der ohnehin angespannten Beziehungen zwischen China und den USA.

Die kommunistische Staatsführung betrachtet Taiwan als eigenen Landesteil und droht regelmäßig mit einem Einmarsch, sollte es nicht zu einer friedlichen Vereinigung kommen. Die Insel mit ihren rund 23 Millionen Einwohnern war nie Teil der Volksrepublik und wird demokratisch regiert - im Gegensatz zur Volksrepublik.

Die meisten Länder erkennen nur die Volksrepublik als souveränen Staat an, darunter auch Deutschland und die USA. Dennoch unterstützt die US-Regierung Taiwan politisch und militärisch, was von der Staats- und Parteiführung in Peking als Provokation angesehen wird.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Juli 2022 um 12:44 Uhr.