Chinesische Astronauten nach ihrer Landung in der Wüste Gobi | dpa

Chinesische Raumfahrt Das "magische Schiff" ist zurück

Stand: 17.09.2021 09:55 Uhr

Nach 90 Tagen im All sind die Astronauten des chinesischen Raumschiffs "Shenzhou 12" wieder auf der Erde gelandet. Es war die bisher längste bemannte Mission der Volksrepublik. 2022 will China seine erste Raumstation fertigstellen.

Nach der bisher längsten bemannten Raumfahrtmission Chinas sind drei Astronauten wieder auf der Erde gelandet. Die Rückkehrkapsel des Raumschiffs "Shenzhou 12" (Magisches Schiff) wurde von einem großen Fallschirm abgebremst und setzte schließlich in der Wüste Gobi im Norden Chinas auf, wie auf Live-Bildern des Staatssenders CCTV zu sehen war.

CCTV zeigte Bilder, wie Rettungsmannschaften mit Geländewagen und Hubschraubern zur Landestelle eilten, um den Astronauten aus der Kapsel zu helfen. "Ich möchte meinen Eltern sagen, dass ich zurück bin. Bei guter Gesundheit und guter Laune. Alles ist super!", sagte Tang Hongbo in die Fernsehkameras, während er und seine beiden Astronauten-Kollegen sich auf weißen Stühlen vor der Kapsel erholten. 

Aufgwirbelter Staub durch die Landung der Rückkehrkapsel des Raumschiffs "Shenzou 12" | dpa

Die Rückkehrkapsel des bemannten Raumschiffs "Shenzhou 12" landet erfolgreich auf dem Landeplatz Dongfeng. Bild: dpa

"Himmelspalast" soll 2022 fertiggestellt sein

Die Astronauten Nie Haisheng, Liu Boming und Tang Hongbo waren am 17. Juni von der Erde gestartet und verbrachten drei Monate im All - ein Rekord für chinesische Raumfahrer. Einen Großteil ihrer Reise verbrachten sie in der im Bau befindlichen Raumstation "Tiangong" (Himmelspalast), die bislang nur aus dem Modul "Tianhe" (Himmlische Harmonie) besteht und bis 2022 fertiggestellt sein soll. Bis dahin will China noch zwei jeweils gut 20 Tonnen schwere Labormodule ins All bringen.

Die nächste Crew soll voraussichtlich im Oktober zur neuen Station aufbrechen. Vorher ist für kommende Woche ein weiterer Frachtflug mit Material geplant. Wenn die internationale Raumstation ISS in den kommenden Jahren wie geplant außer Betrieb geht, wäre China das einzige Land, das noch einen ständigen Außenposten im All betreibt. Chinesische Astronauten durften auf Drängen der USA nicht an Missionen auf der ISS teilnehmen. 

China treibt sein ambitioniertes Weltraumprogramm immer weiter voran. Nach mehreren erfolgreichen Flügen zum Mond hatte die Volksrepublik erst Mitte Mai den Rover "Zhurong" auf den Mars gebracht. Die Volksrepublik ist die erste Nation, der dieses Manöver gleich beim ersten Flug zum Roten Planeten gelungen ist. Mittelfristig will China auch Menschen auf den Mond schicken.