US-Präsident Joe Biden | REUTERS

US-Präsident im Nahen Osten Auf zur letzten Etappe

Stand: 15.07.2022 04:44 Uhr

Als letzte Station seiner Nahost-Reise wird US-Präsident Biden in Saudi-Arabien erwartet. Dort wird es wohl um höhere Ölfördermengen gehen und um die Verbesserung der Beziehungen des Golfstaats zu Israel.

Auf seiner Nahost-Reise will US-Präsident Joe Biden heute nach Saudi-Arabien weiter fliegen. Innenpolitisch steht Biden vor den Kongresswahlen im Herbst wegen hoher Spritpreise unter Druck - es wird daher erwartet, dass er Saudi-Arabien dazu bewegen will, mehr Öl zu fördern.

Obwohl die Golfmonarchie der größte Ölexporteur der Welt ist, hat sie ihre Ölimporte aus Russland im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Das russische Öl wird wegen der Sanktionen mit Preisnachlässen verkauft - Saudi-Arabien nutzt es zur Stromerzeugung, da in den Sommermonaten besonders viel Strom zur Kühlung benötigt wird. Das eigene Rohöl geht dagegen in den Export.

Biden will auch den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman treffen, den die US-Geheimdienste für den Drahtzieher des Mordes an dem Journalisten Jamal Kashoggi halten. Vor seiner Wahl hatte Biden noch betont, dass Saudi-Arabien deshalb geächtet werden sollte.

Auch Beziehungen zu Israel Thema

Zudem wird erwartet, dass sich Biden für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Golfstaat und Israel einsetzen wird. Es gilt zwar als unwahrscheinlich, dass Saudi-Arabien dem sogenannten Abraham-Abkommen beitritt, in dessen Rahmen einige arabische Länder diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen. Spekuliert wird jedoch über eine Zusammenarbeit beider Länder im Sicherheitsbereich. Der israelische Ministerpräsident Jair Lapid hatte Biden gebeten, die Botschaft zu übermitteln, dass Israels Hand ausgestreckt sei.

Zuvor noch Treffen mit Abbas

Bevor Biden auf die Arabische Halbinsel aufbricht, will er noch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland zusammentreffen. Nach Angaben eines Regierungsvertreters will der US-Präsident dabei Unterstützung für Krankenhäuser in Ost-Jerusalem sowie für den Aufbau eines 4G-Handynetzes im Westjordanland und im Gazastreifen bekannt geben.

Druck auf den Iran erhöht

Bei seinem mehrtägigen Besuch in Israel hatte Biden gemeinsam mit Lapid den Druck auf den Iran erhöht: Die USA würden nicht ewig auf Teherans Antwort auf die Rückkehr zu einem Atomabkommen von 2015 warten, so der US-Präsident weiter. "Wir werden nicht zulassen, dass der Iran in den Besitz einer Atomwaffe gelangt", bekräftigte Biden. "Dies ist ein vitales Sicherheitsinteresse sowohl für Israel als auch für die Vereinigten Staaten. Und ich möchte hinzufügen: auch für den Rest der Welt."

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi warnte seinerseits Israel und die USA vor einer "harten und bedauerlichen Reaktion" auf jedes Vorgehen gegen sein Land. Raisi warf den USA "und ihren regionalen Verbündeten" vor, die Region zu destabilisieren, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. "Jedem Fehler der Amerikaner und ihrer Verbündeten in der Region und weltweit wird mit einer harten und bedauerlichen Reaktion begegnet werden", sagte Raisi.

Über dieses Thema berichteten am 15. Juli 2022 Deutschlandfunk um 05:08 Uhr und die tagesschau um 09:00 Uhr.