Rettungskräfte an einem Brand in einem Kohlebergwerk in der Nähe der sibirischen Stadt Kemerowo.  | picture alliance/dpa/Russian Min

Dutzende noch eingeschlossen Elf Tote bei Brand in Bergwerk in Sibirien

Stand: 25.11.2021 15:12 Uhr

Bei einem schweren Unglück in einer russischen Kohlemine sind mindestens elf Menschen getötet worden. Unter Tage war ein Feuer ausgebrochen. Dutzende Kumpel sind noch in dem Bergwerk eingeschlossen.

Bei einem Brand in einer Kohlemine in Sibirien sind elf Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Dutzende weitere Kumpel seien noch in dem Bergwerk eingeschlossen, erklärten die Behörden der Region Kemerowo im Südwesten Sibiriens. Die Rettungsbemühungen wurden am Nachmittag wegen Explosionsgefahr ausgesetzt, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Betreiber der Mine.

Unter Tage war es zuvor zu einer Kohlenstaubexplosion gekommen. 46 Bergarbeiter seien noch in der Tiefe eingeschlossen, teilte der Gouverneur von Kemerowo, Sergej Ziwiljow, auf dem Kurzbotschaftendienst Telegram mit. Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten sich insgesamt 285 Menschen unter Tage befunden. 239 von ihnen seien in Sicherheit gebracht worden. 49 Menschen hätten medizinische Hilfe benötigt. Der geschäftsführende russische Minister für Katastrophenschutz, Alexander Tschuprijan, sprach von 44 Bergleuten, die in Krankenhäuser gebracht worden seien.

Wurden Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten?

Die amtliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf einen ungenannten Beamten, dass Kohlenstaub in Brand geraten sei und sich der Rauch über das Belüftungssystem schnell in der Mine ausgebreitet habe. Der russische Ermittlungsausschuss leitete eine strafrechtliche Untersuchung wegen des Feuers ein. Es gab Vorwürfe, Sicherheitsvorschriften seien nicht eingehalten worden.

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der getöteten Bergarbeiter sein Beileid aus, wie sein Sprecher Dmitri Peskow mitteilte. Im Jahr 2016 waren bei einer Reihe von Methanexplosionen in einem Kohlebergwerk im Norden Russlands 36 Bergleute ums Leben gekommen.

Nach dem Vorfall prüften die Behörden die Sicherheit der 58 Kohlebergwerke des Landes und erklärten 20 von ihnen, also 34 Prozent, für potenziell unsicher. Medienberichten zufolge war das nun betroffene Bergwerk Listwjaschnaja in Kemerowo nicht unter diesen Minen. Die letzte Sicherheitsprüfung fand am 19. November statt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. November 2021 um 15:26 Uhr.