Nikol Paschinjan, Premierminister von Armenien |  Armenische Regierung

Konflikt um Berg-Karabach Armenien und Aserbaidschan reden über Frieden

Stand: 07.04.2022 12:26 Uhr

Die EU hat vermittelt: Aserbaidschan und Armenien wollen anderthalb Jahre nach dem jüngsten Krieg um die Region Berg-Karabach über einen Friedensschluss verhandeln. Bis Ende des Monats soll eine bilaterale Kommission eingerichtet werden.

Armenien und Aserbaidschan bereiten nach Angaben aus Jerewan Friedensgespräche im anhaltenden Konflikt um die Region Berg-Karabach vor. Darauf hätten sich Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan und Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew bei Gesprächen verständigt, erklärte das armenische Außenministerium.

Demnach ist man übereingekommen, bis Ende des Monats eine bilaterale Kommission einzurichten, die sich mit den Grenzverlauf zwischen beiden Staaten befassen soll.

Die Europäische Union vermittelte die Annäherung. "Ich bin zuversichtlich, dass wir heute Nacht wichtige Schritte in die richtige Richtung gemacht haben", erklärte EU-Ratspräsident Charles Michel.

6500 Menschen starben im Konflikt

Armenien und Aserbaidschan streiten sich seit Jahrzehnten um die Kontrolle über Berg-Karabach. Im Sommer 2020 war es zu einem 44 Tage andauernden Krieg zwischen beiden Ländern gekommen, bei dem mehr als 6500 Menschen getötet wurden.

Die Gefechte endeten im November 2020 mit einer von Russland vermittelten Waffenstillstandsvereinbarung. Seitdem kam es aber immer wieder zu vereinzelten Gefechten mit Toten und Verletzten.

Russland entsandte zudem 2000 Soldaten zur Friedenssicherung nach Berg-Karabach. Sollten sich die Spannungen dort wieder verschärfen, könnte dies für Russland zur Belastung werden, denn Zehntausende russische Soldaten sind bereits im Ukraine-Krieg im Einsatz.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. April 2022 um 09:10 Uhr.