Rettungskräfte und Feuerwehrleute löschen ein Feuer inmitten der Zerstörung nach einem israelischen Luftangriff auf Gaza-Stadt. | AFP

Israelischer Angriff im Gazastreifen Palästinenser melden acht Tote

Stand: 05.08.2022 18:25 Uhr

Mindestens acht Tote und mehr als 55 Verletzte soll es bei einem israelischen Angriff auf den Gazastreifen gegeben haben, melden Palästinenser. Die militante PIJ soll Israel vorher gedroht haben.

Israel hat nach eigenen Angaben Ziele im Gazastreifen angegriffen. Dabei sind palästinensischen Angaben zufolge mindestens acht Menschen ums Leben gekommen - darunter laut Gesundheitsministerium auch ein fünfjähriges Kind. Mindestens 55 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Ein Hamas-Sprecher kündigte Vergeltung an: Die Besatzung habe "die roten Linien überschritten".

"Aufgrund einer direkten Bedrohung durch den palästinensischen Islamischen Dschihad im Gazastreifen führt das Militär derzeit Angriffe im Gazastreifen durch", teilte die israelische Armee mit. Weitere Details wurden nicht genannt.

Bei den Luftangriffen ist nach Angaben der militanten Palästinenserorganisation "Islamischer Dschihad" (PIJ) auch einer ihrer Militärchefs getötet worden. Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte seinen Tod unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der israelische Sender "Channel 12" berichtete unter Berufung auf das Militär, dass 15 Terroristen bei dem Einsatz getötet worden seien.

Stärkere Spannungen seit Montag

Am Montag war bei einem israelischen Einsatz der Anführer der PIJ, Bassem Saadi, im Westjordanland festgenommen worden. Israelischen Medienberichten zufolge soll es konkrete Hinweise für einen Angriff aus Gaza gegeben haben.

Die PIJ ist eng mit Israels Erzfeind Iran verbunden und verübt aus dem Gazastreifen regelmäßig Raketenangriffe auf Israel. Das israelische Militär sperrte über mehrere Tage hinweg Gebiete am Rande des Küstenstreifens ab und erhöhte die Alarmbereitschaft.

Ähnlicher Vorfall bereits 2019

2019 hatte Israel bereits Dschihad-Militärchef Baha Abu al-Ata gezielt getötet. Darauf folgten massive Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf israelische Orte sowie Gegenangriffe der israelischen Luftwaffe in dem Küstenstreifen. Nach einigen Tagen konnte mithilfe Ägyptens und der Vereinten Nationen eine Waffenruhe vereinbart werden.

Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen. Die von der EU als Terrororganisation eingestufte Hamas hatte 2007 gewaltsam die Macht an sich gerissen. Israel verschärfte daraufhin eine Blockade des Gebiets, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Staaten begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. August 2022 um 17:00 Uhr.