Das Weiße Haus in Washington | picture alliance / dpa

Unterstützung für die Ukraine USA kündigen weitere Militärhilfen an

Stand: 16.09.2022 07:23 Uhr

Die USA stocken ihre militärische Unterstützung für die Ukraine auf: Die weiteren Hilfen sollen einen Umfang von 600 Millionen US-Dollar umfassen. Gegen Russland brachte die US-Regierung erneut Sanktionen auf den Weg.

Das Außenministerium in Washington hat angekündigt, dass die USA weitere Hilfen für die Ukraine im Umfang von 600 Millionen US-Dollar auf den Weg bringen werden. So will das Land weitere Waffen aus den Beständen des eigenen Verteidigungsministeriums an die Ukraine liefern.

Neben der militärischen Ausrüstung sollen ukrainische Truppen auch im Umgang mit den Waffen ausgebildet werden, hieß es weiter. Welche Waffen konkret zur Verfügung gestellt werden sollen, ließen die USA jedoch offen.

Hilfen im Umfang von insgesamt 15,8 Milliarden US-Dollar

Mit der weiteren militärischen Unterstützung erhöht sich der finanzielle Gegenwert der von den USA geleisteten Hilfen für die Ukraine seit Kriegsbeginn im Februar auf rund 15,8 Milliarden US-Dollar.

Zuletzt hatte US-Außenminister Antony Blinken bei einem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew im September ein Hilfspaket im Wert von 2,2 Milliarden US-Dollar angekündigt. Mit den Mitteln sollen demnach aber nicht nur die Ukraine, sondern auch weitere Staaten im ost- und südeuropäischen Raum gestärkt werden. Zuvor hatte US-Präsident Joe Biden im August Hilfen im Umfang von knapp drei Milliarden US-Dollar für die Ukraine zugesagt - das bislang größte Einzelpaket an Unterstützungsleistungen der USA.

Insgesamt hatte der US-Kongress zugestimmt, fast 40 Milliarden US-Dollar in militärische und humanitäre Unterstützung der Ukraine zu investieren. Mit der Summe sollen aber auch die Militärbestände der USA wieder aufgefüllt werden.

Weitere Sanktionen verhängt

Neben der Hilfe für die Ukraine haben die USA auch weitere Sanktionen gegen russische Politiker, Behördenvertreter und Unternehmen auf den Weg gebracht. Die Strafmaßnahmen richten sich unter anderem gegen einen hochrangigen Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, gegen prorussische Beamte in von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine sowie gegen Justizbeamte, die auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim tätig sind.

Im Fokus der Sanktionen steht ebenso erneut der russische Geheimdienst GRU. Hintergrund dieser weiteren Maßnahmen ist auch der Vorwurf, dass ukrainische Bürgerinnen und Bürger in ihrer Heimat zunächst in Lager gebracht und anschließend gegen ihren Willen nach Russland verschleppt werden sollen.

Auch russische Kinderschutzbeauftragte betroffen

In diesem Zusammenhang verhängten die USA auch Sanktionen gegen Maria Alexejewna Lwowa-Belowa, die Kinderschutzbeauftragte der russischen Regierung. Sie soll durch Gesetzesänderungen ermöglicht haben, dass Kinder aus der Ukraine, die nach Russland verschleppt worden sein sollen, rasch die russische Staatsbürgerschaft erhalten, um dann in Russland adoptiert werden zu können.

Insgesamt zielen die Sanktionen gegen mindestens 23 Einzelpersonen und 31 russische Regierungsbehörden und Unternehmen. So richten sich die Strafmaßnahmen auch gegen die russische Raumfahrtindustrie sowie Computer- und Technologiekonzerne. Damit soll vor allem der Nachschub an Rüstungsgütern und die Modernisierung des russischen Militärs behindert werden.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 08. September 2022 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.