Durch Brände zerstörte Häuser sind in Lytton (Kanada) zu sehen. | AP

Hitzewelle in Kanada Ortschaft Lytton durch Waldbrand zerstört

Stand: 02.07.2021 10:12 Uhr

Erst eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen bis 50 Grad, dann ein verheerender Waldbrand: Die kanadische Ortschaft Lytton ist von einem Feuer nahezu komplett zerstört worden. Auch andernorts in Nordamerika brennt es.

Ein Waldbrand hat die kanadische Ortschaft Lytton zerstört, die während der anhaltenden Hitzewelle mehrere Temperaturrekorde gebrochen hatte. "90 Prozent des Dorfes sind verbrannt, einschließlich des Ortskerns", sagte der Abgeordnete Brad Vis. Die 250 Bewohner des Dorfes, das 250 Kilometer nordöstlich von Vancouver liegt, waren vor den Flammen in Sicherheit gebracht worden.

Er habe weißen Rauch am Südrand des Ortes gesehen und schon 15 bis 20 Minuten später hätten die Flammen die ganze Stadt ergriffen, sagte Lyttons Bürgermeister Jan Polderman laut kanadischen Medien. Fotos und Videos zeigten komplett verkohlte Häuserreihen und Straßenzüge. Offizielle Zahlen über mögliche Opfer gab es zunächst nicht. Vielerorts waren Strom- und Telefonverbindungen unterbrochen.

Rekordtemperaturen in Kanada Anfang der Woche

Anfang der Woche hatten die Thermometer in Lytton 49,6 Grad Celsius angezeigt, die höchste in Kanada gemessene Temperatur. Sowohl in Kanada als auch in den USA sind wegen der Trockenheit mehrere Waldbrände ausgebrochen. Im Westen Kanadas mussten wegen der Feuer nach Behördenangaben schon rund tausend Menschen ihre Häuser verlassen.

Allein in der kanadischen Provinz British Columbia wurden binnen 24 Stunden 62 neue Brände entdeckt, wie Provinzregierungschef John Horgan sagte. Fast überall in British Columbia gelte die allerhöchste Waldbrandgefahr. Mehrere Feuer loderten auch nördlich der Stadt Kamloops, die rund 150 Kilometer nordöstlich von Lytton liegt.

Auch in Kalifornien brennt es

Heißes und trockenes Wetter mit heftigen Winden verschärfte auch in Kalifornien die Feuerlage. Im Norden des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats kämpften über tausend Feuerwehrleute gegen drei größere Waldbrände an. Eines der Feuer nahe der Ortschaft Weed hat sich auf eine Fläche von über 80 Quadratkilometern ausgebreitet.

Mehrere tausend Menschen waren aufgefordert worden, ihre Häuser in der Gefahrenzone zu verlassen. Trotz eines mehrtägigen Großeinsatzes der Feuerwehr waren die Flammen am Donnerstag erst zu 25 Prozent eingedämmt.

2020 hatte Kalifornien die flächenmäßig verheerendste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Besonders schwer wüteten die Brände von Mitte August bis Ende Oktober. Mehr als 30 Menschen kamen ums Leben, über 10.000 Gebäude wurden beschädigt oder zerstört.

Die Hitzewarnung wurde inzwischen auch auf die kanadischen Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba, Teile der Nordwest-Territorien und das nördliche Ontario ausgeweitet. Auch die US-Bundesstaaten Washington und Oregon ächzen unter der Hitzewelle.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Juli 2021 um 08:00 Uhr.