Unterzeichnung des humanitären Abkommens für Tigray | AFP

Einigung in Äthiopien Humanitäre Hilfe für Tigray möglich

Stand: 13.11.2022 01:20 Uhr

Im Tigray-Konflikt haben sich ranghohe Militärvertreter auf einen uneingeschränkten Zugang für humanitäre Hilfe geeinigt. Die Vereinbarung soll sofort in Kraft treten.

Im seit zwei Jahren andauernden Konflikt in Äthiopien haben sich die Regierung und die Rebellen darauf verständigt, den Menschen in der vom Krieg zerstörten nördlichen Region Tigray humanitäre Hilfe zu ermöglichen.

"Die Parteien haben sich darauf geeinigt, allen Hilfsbedürftigen in Tigray und den Nachbarregionen ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe zu gewähren", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Militärführung und des Oberbefehlshabers der Rebellen.

Abkommen tritt sofort in Kraft

Die Einigung sehe auch "Sicherheitsgarantien für humanitäre Helfer" vor. Sie gelte "mit sofortiger Wirkung", sagte der Vermittler der Afrikanischen Union (AU), Olusegun Obasanjo. Unter Vermittlung der AU hatten die Konfliktparteien am 2. November ein Friedensabkommen unterzeichnet.

Das Abkommen sieht unter anderem die Entwaffnung der Rebellenorganisation Tigray People's Liberation Front (TPLF) vor sowie "die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung, der Dienstleistungen (in Tigray), den ungehinderten Zugang für humanitäre Lieferungen und den Schutz von Zivilisten".

Die Karte zeigt die Region Tigray in Äthiopien.

Humanitäre Lage kritisch

Der Tigray-Konflikt hatte im November 2020 mit einer Offensive der äthiopischen Streitkräfte begonnen, nachdem die TPLF die Autorität der Zentralregierung immer wieder infrage gestellt hatte - unter anderem hatten sie mehrere Militärbasen angegriffen. Die Kämpfe lösten eine massive humanitäre Krise in der Region im Norden des Landes aus. Mindestens zwei Millionen Menschen wurden vertrieben. Laut einer US-Schätzung starben rund eine halbe Million Menschen in dem Konflikt. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. November 2022 um 09:00 Uhr.