Zwei medizinische Mitarbeiter in Pretoria tragen eine komplette Schutzmontur gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus. | AP

Corona-Impfstoff Südafrika stoppt Impfungen mit AstraZeneca

Stand: 08.02.2021 10:46 Uhr

Der Impfstoff von AstraZeneca ist da und ab Mitte Februar wollte Südafrika mit dem Impfen starten. Doch die Wirksamkeit gegen die Mutation des Coronavirus ist offenbar begrenzt - daher stoppt das Land vorerst die Impfungen.

Wegen Zweifeln an der Wirksamkeit des Impfstoffes von AstraZeneca will Südafrika vorerst keine Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Pfleger mit dem Vakzin impfen. In der vergangenen Woche hatte AstraZeneca die erste Million an Impfdosen an das Land ausgeliefert.

Kaum Wirkung gegen mutiertes Virus?

Doch eine Studie weckt nun die Sorge, dass der Impfstoff gegen die in Südafrika erstmals nachgewiesene Variante des Coronavirus nur "minimale Wirkung" beim Schutz gegen leichte Krankheitsverläufe zeigt. Das teilte die britische Universität Oxford mit, die an der Entwicklung des Wirkstoffes beteiligt war.

An der Untersuchung hatten sich etwa 2000 junge und gesunde Probanden beteiligt. Die Wirkung bei einem schweren Krankheitsverlauf nach einer Ansteckung mit der Mutation wurde dabei nicht überprüft, hieß es von den Universitäten Oxford und Witwatersrand in Johannesburg mit. Die Teilnehmer der Studie gehörten wegen ihres jungen Alters nicht zu den Risikogruppen, die meist schwerer durch eine Infektion erkranken. Die Studie muss noch unabhängig überprüft werden.

90 Prozent aller Infektionen mittlerweile durch Mutation

Ursprünglich war geplant, dass Südafrika Mitte dieses Monats damit beginnt, medizinisches Personal und Pflegemitarbeiter den AstraZeneca-Impfstoff zu verabreichen. Doch nach Angaben des südafrikanischen Gesundheitsministers Zweli Mkhize gehen mittlerweile mehr als 90 Prozent der Corona-Infektionen auf die Mutation zurück.

Auch in anderen Ländern breitet sich die Südafrika-Mutation bereits aus, wenn auch bei Weitem nicht so stark. Großbritannien meldet bislang rund 100 Fälle, in denen eine Ansteckung mit der südafrikanischen Variante B.1.351 vorlag. In Deutschland wurden bisher etwa 30 Fälle nachgewiesen. Die Mutation soll deutlich ansteckender sein, als der ursprünglich entdeckte Corona-Erreger.

AstraZeneca will neue Impfstoff-Version entwickeln

AstraZeneca will nun eine neue Version seines Impfstoffs entwickeln, der auch gegen die Südafrika-Mutation hohen Schutz bietet. Diese neue Version des Vakzins könnte bis zum Herbst einsatzbereit seit, teilte Sarah Gilbert mit, die führende Wissenschaftlerin im Forscherteam der Universität Oxford.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. Februar 2021 um 09:14 Uhr.