Menschen im südafrikanischen Johannesburg stehen für einen Corona-Test an.   | AP

Sprunghafter Anstieg Corona-Fälle in Südafrika verdoppelt

Stand: 01.12.2021 22:43 Uhr

Doppelt so viele Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages: In Südafrika steigt die Zahl der positiven Fälle sprunghaft. Ob das mit der neuen Omikron-Variante zusammenhängt, ist noch unklar.

Die Anzahl der positiv auf Corona Getesteten hat sich in Südafrika binnen eines Tages verdoppelt. Von rund 52.000 Tests seien 8561 positiv gewesen, also 16,5 Prozent, berichtete das südafrikanische Institut für übertragbare Krankheiten NICD.

Am Dienstag waren noch 4373 positive Fälle gemeldet worden, am Montag 2273. In absoluten Zahlen sind das zwar im Vergleich zur aktuellen Lage in Deutschland noch deutlich weniger Fälle. Die recht hohe Positivrate von 16,5 Prozent könnte jedoch ein Hinweis auf eine rasante Entwicklung sowie eine hohe Dunkelziffer an Infektionen in dem Land sein. Anfang November fielen noch rund ein Prozent der Tests positiv aus.

In Südafrika mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern waren im Juni und Juli mehr als 20.000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet worden, also noch deutlich mehr als jetzt. Anfang November wurden im Schnitt rund 200 Neuinfektionen pro Tag gemeldet, dann gingen die Zahlen aber wieder deutlich nach oben.

Zusammenhang mit Omikron unklar

Ob der sprunghafte Anstieg mit der neuen Variante Omikron zusammenhängt, ist noch nicht klar. Die Variante war zuerst im südlichen Afrika entdeckt und in Südafrika beschrieben worden. Der Forscher Richard Lessells, der zur Entdeckung der Omikron-Variante B.1.1.529 beigetragen hatte, erklärte jedoch, der Mutant werde "schnell zur dominierenden Variante".

Bei einer Unterrichtung des südafrikanischen Parlaments sagte Lessells, die Zahl der Hospitalisierungen nehme zu und die nächsten Wochen würden zeigen, wie sich die neue Variante auswirke. Das Virus suche die Schwachen, um selbst weiterzuleben. "Impfungen sorgen dafür, dass man nicht ins Krankenhaus kommt, dass man nicht stirbt, und sie machen das selbst angesichts dieser neuen Variante gut", so Lessells.

Um herauszufinden, ob jemand an der Omikron-Variante erkrankt ist, müssen die Genome des Virus sequenziert werden. In 74 Prozent der im November untersuchten Genome sei Omikron entdeckt worden, so das südafrikanische Institut für übertragbare Krankheiten. Experten untersuchen derzeit, ob Omikron durch seine Mutationen leichter übertragbar ist als die im Moment vielerorts vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus und ob Impfstoffe noch ausreichend effektiv dagegen sind.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Dezember 2021 um 02:00 Uhr.